Initiative Düsseldorfer Straße plant Kiez-Treff

Konstantin Patsalides und Sven Vollbrecht organisierten gemeinsam das Düsseldorfer Straßenfest und wollen an diesen Erfolg anknüpfen. (Foto: Schubert)

Wilmersdorf. Mit einem selbst organisierten Straßenfest in diesem Sommer fing alles an. Jetzt sucht die neue AG Düsseldorfer Straße weitere Mitglieder, will ihren Kiez mit regelmäßigen Aktionen beleben und baut dabei auf ehrenamtliches Engagement. Im Gespräch mit Berliner-Woche-Reporter Thomas Schubert schildern die beiden Gründer Konstantin Patsalides (32) und Sven Vollbrecht (38) ihre Pläne, Sorgen und Wünsche.

Was hat die Arbeitsgemeinschaft im Kiez rund um die Düsseldorfer Straße vor?

Konstantin Patsalides: Unser Ziel ist es, dass wir den Kiez weiter stärken, jedem Geschäft die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren, dass wir alle mehr zusammenarbeiten und der Fluktuation entgegenwirken. Fluktuation heißt, dass sich hier in den letzten Jahren viele Geschäfte angesiedelt haben und nach kurzer Zeit wieder verschwunden sind. Das ist unvorteilhaft, weil dann das Vertrauen in die Geschäftslandschaft abnimmt.

Sven Vollbrecht: Wichtig wäre, dass die Bewohner einen Ort aufsuchen können, an dem sie miteinander ins Gespräch kommen, sich über Probleme austauschen können, und wo man zum Beispiel Spieleabende veranstaltet oder Kunst präsentiert. Es wäre das richtige Zeichen, wenn wir so einen Ort schaffen.

Was sind in dieser Gegend die Probleme, um die man sich aus Ihrer Sicht kümmern muss?

Konstantin Patsalides: Neben der Fluktuation ist auch die Altersarmut ein großes Problem. Dort möchten wir ansetzen, indem wir alten Menschen einen Ort geben, den sie kostenlos aufsuchen können und wo sie anderen Menschen begegnen.

Sven Vollbrecht: Ich würde mir weniger Anonymität wünschen. Wenn wir dieses Problem in den Griff bekommen könnten, wäre das eine große Chance.

Was ist das Besondere an Ihrem Kiez? Was sind seine Stärken?

Konstantin Patsalides: Ganz klar: Die Stärke dieses Kiezes ist es, dass hier trotz der hohen Fluktuation viele Menschen schon sehr lange und gerne leben. Sie kennen sich, tauschen sich aus und helfen einander. Das geschieht an bestimmten Angelpunkten wie zum Beispiel dem Restaurant Ta Panta Ri. Dorthin kommen Menschen regelmäßig aus einem Radius von 300 bis 500 Metern und reden über die Entwicklungen. Daraus entwickelten wir auch die Idee für unser Straßenfest im Sommer.

Sven Vollbrecht: Mein Eindruck ist, dass hier der Wunsch vorherrscht, dass man zusammen etwas erleben möchte. Und hier ist auch die Bereitschaft da, etwas zum Besseren zu verändern.

Was kann die Politik tun, um sie zu unterstützen?

Konstantin Patsalides: Unserer Initiative würde es helfen, wenn wir es schaffen, Fördermittel zu bekommen, um die Ideen schnell umzusetzen. Wir wollen eine Homepage aufbauen, mit Menschen, die hier leben, Interviews führen. Wir wollen Veranstaltungen ins Leben rufen, die regelmäßig stattfinden und wie gesagt auch einen Ort schaffen, wo die Menschen zusammenkommen. Wichtig ist, dass die Politik sich für uns interessiert. Und das geschieht auch. Wir treffen uns zum Beispiel mit dem CDU-Abgeordneten Stefan Evers, um mit ihm über den Kiez zu reden.

Sven Vollbrecht: Ich wünsche mir von der Politik, dass sie unsere Aktivitäten als Möglichkeit versteht, dass Bewohner und Geschäftstreibende selbstständig Dinge gestalten können. Mit Eigeninitiative kommen wir weiter.

Kontakt zu den Gründern der AG Düsseldorfer Straße erhält man über die Internetseite ihrer Agentur unter http://www.pavoc.de.

Thomas Schubert / tsc
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