1. FC Wilmersdorf erkämpft sich Remis in Unterzahl

Die neu formierte Truppe vom 1. FC Wilmersdorf (rot-schwarz) sicherte sich gegen einen starken Aufsteiger CFC Hertha 06 in Unterzahl ein 1:1-Remis. (Foto: Nittel)

Wilmersdorf. Der 1. FC Wilmersdorf wartet auch nach dem dritten Spieltag der Berlin-Liga auf den ersten Sieg. Mit dem 1:1 (1:1)-Remis am 17. August gegen den Aufsteiger CFC Hertha 06 war Coach Michael Michels aber alles andere als unzufrieden. Immerhin hatte seine Mannschaft nach einer Gelb-Roten Karte für Efräim Gakpeto die letzten rund 20 Minuten in Unterzahl agieren müssen.

"Natürlich bin ich mit diesem einen Punkt sehr zufrieden", erklärte Michels kurz nach dem Ende der Partie. "Hertha 06 ist eine spielerisch starke Mannschaft, die speziell in den letzten Minuten und in Überzahl die eine oder andere gute Chance hatte. Da haben wir wirklich Glück gehabt, das Spiel nicht doch noch zu verlieren." Sercan Konal hatte die Charlottenburger bereits nach sechs Minuten in Führung geschossen. Nur sieben Minuten später aber war Dustin Abdel-Meguid mit einem Sonntagsschuss der Ausgleich für die Truppe vom Volkspark gelungen. "Wir können mit dem einen Punkt gut leben. Ich sage aber auch ganz ehrlich: Wenn wir unsere Konterchancen besser ausspielen, können wir diese Partie auch mit 2:1 gewinnen", erklärte Michels.

Die am meisten diskutierte Szene geschah in der 68. Minute: Abseits des Spielgeschehens waren Wilmersdorfs Angreifer Efräim Gakpeto und Herthas Fethi Yüksel aneinander geraten. Yüksel ging zu Boden - und Schiedsrichter Christian Große zeigte Gakpeto wegen Tretens, wie der Referee später verlauten ließ, die Gelb-Rote Karte. In jedem Fall musste Yüksel, der nicht als Schauspieler bekannt ist, verletzt vom Platz. "Das war eine dumme Aktion, die dazu führen kann, dass wir so ein Spiel doch noch verlieren", war dann auch Michels erfrischend ehrlich. "Und damit fehlt mir für die nächste Woche auch wieder ein wichtiger Spieler."

Mit zwei Unentschieden und einer Niederlage warten die Wilmersdorfer zwar noch immer auf den ersten Saisonsieg. Für das Team, das mitten im Umbruch steckt und vor der Saison nicht weniger als zehn Stammspieler verloren hat, ist das aber nicht der schlechteste Start in die neue Spielzeit. "Was wir haben, das haben wir. Das kann uns keiner mehr nehmen", brachte es Michels auf den Punkt. Immerhin standen mit dem Anpfiff am Sonntag sieben Spieler auf dem Platz, die erst im Sommer zum 1. FC Wilmersdorf gewechselt waren. "Natürlich müssen wir uns erst noch finden. Und die vielen 18- und 19-Jährigen, die wir nun im Kader haben, brauchen Zeit, sich an das Niveau der Berlin-Liga zu gewöhnen. Aber die Jungs arbeiten gut und sind sehr fleißig." Und so hofft man im Volkspark, dass die junge Truppe das Saisonziel, den Klassenerhalt in Berlins höchster Spielklasse, erreichen wird. Diese Aufgabe - das wissen alle Beteiligten - ist schwer genug.

Erfreuliches zum Schluss: Nachdem es in der vergangenen Spielzeit zwischen einigen Spielern und dem Trainer, aber auch unter den Spielern zu, wie Michels es nannte, "Abnutzungserscheinungen" gekommen war, ist nun wieder Ruhe eingekehrt. In Wilmersdorf hat man wieder Spaß am Fußball spielen. Und mal ehrlich: Das ist doch das Wichtigste.


Michael Nittel / min
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