Auf der Düsseldorfer Straße geht es voran

Die zwei von der Düsseldorfer Straße: Konstantin Patsalides und Sven Vollbrecht suchen Verbündete. (Foto: Schubert)

Wilmersdorf. Alle an einem Strang: Die neue Initiative Düsseldorfer Straße plant einen Business Improvement District (BID) nach Hamburger Vorbild.

Ziel wäre ein Marketingkonzept, das alle Grundeigentümer zu einem kleinen Teil mitbezahlen. Aber auch profitieren würden alle gemeinsam. Auf ihrem Sommerfest haben Konstantin Patsalides und Sven Vollbrecht reichlich Zuspruch gehört. Zu zweit stellten sie die AG Düsseldorfer Straße auf die Beine. Jetzt prüft das Duo die Lage für ein Projekt, das noch mehr Pioniergeist erfordert. In Aussicht steht die Anmeldung eines der ersten Buisness Improvement Districts in Berlin.

Gegenstand des BID ist ein Konzept, das alle Grundeigentümer verpflichtet, für ein zuvor benanntes Ziel eine bestimmte Geldsumme bereitzustellen, mit dem Ziel einer Verbesserung der wirtschaftlichen Lage zum Wohle aller Anwohner und Anrainer. "Das ist eine gute Möglichkeit, Geschäftsstraßen wie unsere mit Leben zu füllen", blickt Vollbrecht nach vorn. Zunächst wird die Arbeitsgemeinschaft ein Gebiet umreißen und in einem Konzept vorstellen, was Inhalt des BIDs werden soll. Wenn dann mindestens 15 Prozent der Eigentümer einverstanden und alle informiert sind, lässt sich bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft ein Antrag stellen zur Umsetzung des BID. Das gilt dann mit der genannten Zielsetzung drei bis fünf Jahre.

Bei der folgenden Verwirklichung von Verbesserungsmaßnahmen können Eigentümer freilich auch widersprechen. Sagen mehr als 33 Prozent nein, ist die jeweilige Maßnahme gescheitert. "Da brauchen wir Fingerspitzengefühl und Ausdauer", weiß Patsalides.

Ein bis zwei Jahre könnte es dauern, bis der Startschuss fällt. Was man mit dem BID verbessern möchte, steht bereits fest.

Ein gemeinsames Marketingkonzept will man erstellen, eine Internetseite bauen, vielleicht sogar einen Marktplatz im Netz errichten, um in Zeiten der Digitalisierung mit Onlinehändlern Schritt zu halten. Auf der Straßen selbst könnten leicht erkennbare Markenzeichen Einzug halten: Einheitliche Werbeaufkleber, Flugblätter, Broschüren oder Lichtinstallationen. All das braucht Gemeinsinn und Geld.

Was den Kiez derzeit derzeit zu schaffen macht, sind um sich greifende Altersarmut und Anonymität. Von Jahr zu Jahr fällt es kleinen Geschäften schwerer, ihre Kunden zu halten oder überhaupt Fuß zu fassen. Das sind die Schwierigkeiten, denen die AG Düsseldorfer Straße begegnen will.

Bisher entspricht die Lage im Kiez einem für Berlin typischen Muster: Es gibt viele Einzelinteressen und wirtschaftliche Schwierigkeiten, an denen jeder für sich doktert. Einige Akteure bringen Maßnahmen ins Rennen, doch längst nicht alle sind bereit, sie finanziell zu tragen. Die Stärke des Business Improvement Districts wäre es, die Einzelinteressen zu einen, indem sich Akteure gemeinsam verpflichten mit einem konkreten Ziel.

In Bremen bezahlen die Teilnehmer eines BID ihre Weihnachtsbeleuchtung, in Hamburg haben schon ganze Straßenzüge eine Aufwertung erfahren. BIDs, sagt Konstantin Patsalides, gibt es in allen Größenordnungen und mit unterschiedlichsten Zielen.

So sehr der Werbeexperte an den Nutzen des Vorhabens glaubt - eine Grundbedingung für die weitere Arbeit seiner AG ist es keineswegs. "Egal ob das BID-Projekt gelingt oder nicht, wir machen hier auf jeden Fall weiter. Wir lassen den Kiez nicht im Stich."

Wer sich bei der AG Düsseldorfer Straße über die BID-Pläne informieren oder bei ihrer Arbeit mitwirken möchte, nimmt mit Patsalides und Vollbrecht im Internet Kontakt auf unter www.pavoc.de.

Thomas Schubert / tsc
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