„Und das war auch gut so“ - Klaus Wowereit blickte zurück

Und das war auch gut so: Entspannter Rückblick von Thorsten Karge, Mark Diening und Klaus Wowereit (v.l.). (Foto: Christian Schindler)

Wittenau. Ein entspannter Klaus Wowereit blickte am 9. Juni im Restaurant Maestral gegenüber vom Rathaus zurück auf seine Zeit als Regierender Bürgermeister von Berlin – entspannt auch im Eingestehen von Niederlagen.

Unter dem Motto „Und das war auch gut so“ hatte der Reinickendorfer SPD-Abgeordnete Thorsten Karge den ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin nach Reinickendorf eingeladen – und mehr als 100 Gäste interessierten sich dafür, was Klaus Wowereit zu sagen hatte.

Zum Beginn erlaubte sich der Rundfunkjournalist Mark Diening, der das Gespräch moderierte, einen kleinen Scherz: Wowereit könne wohl doch nicht so leicht loslassen. Wenn man nämlich seinen Namen googelt, kommt man als erstes auf seine persönliche Homepage, und liest in der Unterzeile, dass „der regierende SPD-Bürgermeister von Berlin“ sich und seine Politik vorstelle. Klickt man dann die eigentliche Seite an, ist diese immerhin aktualisiert. Seine 13-jährige Amtszeit endete schließlich am 11. Dezember 2014.

Und ganz persönlich machte Wowereit an jenem Abend auch nicht den Eindruck, dass ihm mit dem Amt Wichtiges fehle: „Das hier in Reinickendorf ist heute mein vierter Termin, früher hatte ich 15 pro Tag.“ Sein Lächeln zeigte, dass die elf Termine weniger nicht gerade ein Verlust seien: „Man kann jetzt wieder über sich selbst bestimmen.“

Bei einem Termin in Reinickendorf durfte das Gespräch über Wowereits schlimmstes Amtserlebnis nicht fehlen: Die Verschiebung der Eröffnung des Flughafens BER, die Tegel weiter offen hält, und die Entwicklung des Geländes als Zentrum für städtische Technologie blockiert. „Das tut heute noch weh“, sagt Wowereit dazu, und deutet an, dass er nicht nur bei sich Verantwortung dafür sieht, sondern auch bei anderen, die sich dann wegduckten. Und er geht damit in die Geschichte der Berliner Flughafenplanung: „Die Berliner SPD ist immer für Sperenberg gewesen. Dann ist aber der damalige brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe umgekippt.“

Die alte Angriffslust aus seinem Bürgermeisteramt blitzt auf, als das Gespräch auf die Vereinigung der Aufsichtsräte kommt, die Wowereits Nachfolger Michael Müller (SPD) die Eignung als Aufsichtsratsvorsitzender zu Beginn der Woche absprachen: „Wo waren die, als es um die Deutsche Bank ging?“

Schließlich fasste Wowereit seine Leistung für Berlin darin zusammen, dass die Stadt eine der attraktivsten Metropolen der Welt geworden sei. Zu Beginn seiner Amtszeit 2001 sei es in der Stadt noch um Abwanderung gegangen, jetzt ziehen immer mehr Menschen an die Spree.

CS
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