Kunst aus den Gerichtshöfen in der Rathaus-Galerie

Die "Neu-Schöpfung" von Reinhard Haverkamp. (Foto: Schindler)

Wittenau. Seit Marcel Duchamp Alltagsgegenstände zu Kunst erklärte, kommen in der Bildenden Kunst auch immer wieder Fahrräder vor. Reinhard Haverkamp, der mit sechs anderen Künstlern aus den Weddinger Gerichtshöfen zurzeit in der Rathaus-Galerie gastiert, widmet sich auf unterschiedliche Weise der Verarbeitung dieses Fortbewegungsmittels.

"Zwei-Rad" hat er eine Skulptur getauft, die erst auf den zweiten Blick offenbart, woraus sie besteht. Haverkamp hat eine Vielzahl von Fahrrad-Felgen miteinander verschraubt. Sie wirken auf den ersten Blick wie eine große Spirale. Das Werk ist raumgreifend und filigran zugleich. Sehr viel wuchtiger kommt die kleine Skulptur "Neu-Schöpfung" daher. Hierfür hat Haverkamp Fahrradschläuche und Tassen kombiniert. Die Keramik ist gleichermaßen ins Gummi der Schläuche eingewebt.

Ähnlich metallen wie die Fahrradskulpturen wirken die großformatigen Gemälde von Bettina Baer, die sich von Naturerlebnissen inspirieren lässt und die viel mit gedeckten Acrylfarben arbeitet. Ganz anders dagegen wirken die Acrylgemälde von Jürgen Reichert, der geometrische Farben aus knalligen Farben herstellt.

Auf vorgefundene Bilder setzt Wolfgang Rüppel mit seinen Drucken, während Helmut Gutbrod traditionelle Zeichnungen bevorzugt. Günter Ries erarbeitet Collagen aus Aquarellen und Zeichnungen, in die er Blattgold einfügt. Mit traditionellen Landschaften ist Hans-Joachim Billib vertreten.

Die Gerichtshöfe, Gerichtstraße 12 /13 in Wedding, gelten mit ihren rund 70 Ateliers als eines der größten Kunstquartiere in Deutschland.

Die Ausstellung ist noch bis zum 2. Mai in der Rathaus-Galerie, Eichborndamm 215-239, zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Eintritt frei.

Christian Schindler / CS
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