Die Initiative Willkommen in Reinickendorf sammelt Kleidung für Flüchtlinge

Ruth Hoffmann freut sich über die vielen Kisten mit den Sachspenden. (Foto: Strasser)
Berlin: Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik |

Reinickendorf. Rund 3000 Geflüchtete sind derzeit in Reinickendorf untergebracht – auf neun Notunterkünfte, drei Gemeinschaftsunterkünfte und temporäre Unterbringungen verteilt. Viele Menschen möchten mit Sachspenden helfen.

Doch wo wird was gebraucht? Ruth Hoffmann von der Initiative Willkommen in Reinickendorf, kurz „WiR-Netzwerk“, hat sich genau diese Frage gestellt. Schnell war klar, um gezielt helfen zu können, müssen sich die Spenden am Bedarf orientieren. Von einer zentralen Kleiderkammer des WiR-Netzwerkes aus werden eingetroffene Sachspenden an die Flüchtlingsunterkünfte verteilt. Einmal in der Woche fragt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin den Bedarf der Unterkünfte ab.

Ruth Hoffmann veröffentlicht die Angaben anschließend auf der Homepage von WiR. „Wir bitten dort darum, keine zu großen Größen oder gar schmutzige und beschädigte Kleidungsstücke zu spenden“, appelliert Hoffmann und ergänzt: „Vieles kommt aber liebevoll sortiert und beschriftet an.“ Seit gut einem Jahr ist sie als Ehrenamtliche verantwortlich für die Koordination der Sachspenden bei Willkommen in Reinickendorf. 42 Jahre war sie für die Lufthansa tätig, dann sieben Jahre ehrenamtlich für Unicef.

Viele Möglichkeiten zu helfen

Die Initiative Willkommen in Reinickendorf fand sich 2013 kurz nach der Einrichtung des Marie-Schlei-Hauses als erste Flüchtlingsunterkunft in Reinickendorf zusammen. Grund waren die vermehrten Anfeindungen gegenüber den Geflüchteten.

„Was da durch die Presse ging, hat mich furchtbar geärgert“, erinnert sich Ruth Hoffmann. Sie kontaktierte daraufhin den Integrationsbeauftragten des Bezirksamtes Reinickendorf, Oliver Rabitsch, der selbst die Initiative unterstützt. 2014 nahm sie erstmals an einem Netzwerktreffen teil. „Anfangs waren wir ungefähr 50 Leute. Im vergangenen Sommer ist es dann regelrecht explodiert, es kommen nun rund 150 bis 200 zu den Treffen – und 50 Prozent davon zum ersten Mal“, berichtet Hoffmann. Möglichkeiten bei WiR zu helfen gibt es viele: Zum Beispiel Sachspenden in den Kleiderkammern der Unterkünfte annehmen, sortieren und ausgeben, Kinder und Erwachsene in Deutsch unterrichten sowie mit ihnen basteln und spielen. Im Moment gibt es einen großen Bedarf an Duschhandtüchern, Boxershorts (S/M) und Socken (ab Größe 40) für Jugendliche.

Nähe zu den Unterkünften

Allerdings ist die zentrale Kleiderkammer von WiR gerade umgezogen: Vom Eichhorster Weg 25 auf das Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik (KaBoN), Oranienburger Straße 285. Spenden werden dort mittwochs und freitags von 10 bis 13 sowie sonntags von 11 bis 14 Uhr angenommen. Der Vorteil der neuen Räumlichkeiten: Die Nähe zu den insgesamt fast 1000 Geflüchteten, die auf dem KaBoN-Gelände untergebracht sind. „Wir brauchen bestimmt bis Ende April, bis wir die Sachen so geordnet haben, dass wir sie wieder gezielt an die Unterkünfte verteilen können“, vermutet Ruth Hoffmann.

Doch manchmal geht es auch schnell: „Ich habe vor Kurzem einen Anruf bekommen, dass in der Gemeinschaftsunterkunft Scharnweberstraße dringend ein Doppelkinderwagen gebraucht wird. Schon drei Tage später hatte die Mutter den Wagen“, sagt sie. „Das macht mir an meiner Arbeit besonders viel Spaß, wenn ich die Sachen regeln kann.“ bist

Weitere Infos gibt es bei Ruth Hoffmann per E-Mail an ruth.hoffmann@wir-netzwerk.de und auf www.wir-netzwerk.de. Eine Übersicht über Initiativen in anderen Bezirken gibt es auf www.fluechtlingsrat-berlin.de.
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