Alle sollen profitieren: TSV Berlin-Wittenau und 1. FC Lübars kooperieren

Künftig werden die Wittenauer Milchzahnathleten und die Lübarser Fußballer gemeinsam dem runden Leder hinterher jagen können. (Foto: Michael Nittel)

Reinickendorf. Der TSV Berlin-Wittenau und der 1. FC Lübars werden künftig kooperieren. Das wurde mit einem entsprechenden Vertrag, den beide Seiten am Sonnabend, 8. Oktober, am Rande eines Fußballspiels zwischen den Milchzahnathleten des TSV und Nachwuchskickern des 1. FC unterzeichneten, beschlossen.

„Das Besondere an dieser Kooperation ist, dass sie zwei Vereine zusammenführt, die völlig unterschiedlich sind: Wir haben nur den Fußball – und der TSV Berlin-Wittenau hat alles andere, außer Fußball“, skizziert Michael Reinke, Vorsitzender beim 1. FC Lübars. In der Tat: Der 1. FC, bei dem zurzeit knapp 600 Mitglieder dem runden Leder hinterher jagen, ist ein reiner Fußballverein, der noch eine kleine Pferdesport- und Gymnastikabteilung unterhält. Der TSV mit seinen rund 3200 Mitgliedern hingegen hat 18 Abteilungen vom Bogensport, über das Fechten bis hin zur Leichtathletik und dem Turnen und bietet in diesem Rahmen zahlreiche Sportangebote und Kurse für die ganz Kleinen – wie die Milchzahnathleten – bis zu den ganz Großen wie bei dem mehrfach ausgezeichneten Seniorenstützpunkt Bewegung.

„Der TSV hat sehr viele junge und sehr viele ältere Mitglieder. Wenn uns etwas fehlt, dann sind es Frauen und Männer im mittleren Alter“, erklärt Johann Müller-Albrecht, Vorsitzender beim TSV. Das habe auch damit zu tun, dass die Wittenauer bis dato keine Ballsportarten im Programm hätten. „Deshalb ist die Kooperation mit dem 1. FC Lübars eine wunderbare Ergänzung zu unserem sportlichen Angebot.“ Darüber hinaus sei auch die geographische Nähe der beiden Nachbarn ein zusätzliches Plus, weil damit auch die Wege für alle Beteiligten – zum Beispiel für Eltern, die ihre Kinder zum Training fahren – entsprechend kurz seien. „Zudem können große Vereine auch landessportpolitisch ganz anders agieren. Darin liegen auch gewisse Chancen“, betont Müller-Albrecht. Dass der TSV im Gegensatz zum 1. FC über eine Geschäftsstelle mit dem entsprechenden Personal verfügt, die Lübarser dafür ein Vereinslokal ihr Eigen nennen dürfen, sind zusätzliche Faktoren.

Zusammenarbeit ist auf den Breitensport angelegt

Michael Reinke legt indes sehr viel Wert auf die Feststellung, dass die Zusammenarbeit mit dem TSV Berlin-Wittenau im Gegensatz zu der sechsjährigen Kooperation mit Hertha BSC ganz klar den Breitensport im Fokus hat und definitiv nicht dazu gedacht ist, wieder eine Frauenfußballmannschaft in der Bundesliga etablieren zu wollen. An dem daraus entstandenen finanziellen Schaden leidet man in Lübars noch heute.

Abschließend wagt Reinke schon mal einen Blick voraus: „Was heute mit einer Kooperation beginnt, könnte sogar in einer Fusion enden.“ Beide Vereine haben noch in diesem Jahr eine Mitgliederversammlung. Sehr wahrscheinlich, dass derartige Gedankenspiele dort vorgestellt und andiskutiert werden könnten. „Wir haben auf Vorstandsebene eigentlich von Anfang an schon über Fusion gesprochen“, springt Johann Müller-Albrecht seinem Kollegen bei. „Aber natürlich ist uns auch klar gewesen, dass es in beiden Vereinen bei einigen Mitgliedern Befindlichkeiten geben könnte. Schließlich ist der 1. FC über 50 Jahre alt – den TSV gibt es seit über 100 Jahren. Deshalb haben wir beschlossen, langsam etwas aufzubauen und unsere Mitglieder mitzunehmen. Das Ziel muss immer sein, dass letztlich alle profitieren.“min
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