Das Emirat Katar saniert die Villa Calé

Die Villa Calé wird nach Jahren des Verfalls jetzt saniert. (Foto: Martin)

Zehlendorf. Seit Jahren verfällt die Villa Calé in der Schützallee Ecke Riemeisterstraße. Jetzt ist die Sanierung in Sicht. Die Botschaft von Katar, der das denkmalgeschützte Gebäude gehört, hat das Bauunternehmen Porr Deutschland mit der Instandsetzung beauftragt.

Entstehen soll ein Gästehaus. Vertragsunterzeichnung war am Montag, 13. April. Vorbereitende Maßnahmen, abgestimmt mit dem Landesdenkmalamt, sollen demnächst starten.

Nach Erteilung der Baugenehmigung können die Bauarbeiten im vierten Quartal 2015 beginnen. Ende 2016 soll das Gästehaus fertig gestellt ein.

Auf 1200 Quadratmetern Fläche entstehen Räume für repräsentative Veranstaltungen und Konferenzen. Zudem wird es Zimmer für Gäste und Unterkünfte für die Mitarbeiter geben. Das Erdgeschoss ist als teilöffentlicher Raum vorgesehen, Besichtigungen sind geplant. Zum deutsch-katarischen Kulturjahr 2017 sollen die Gäste der diplomatischen Vertretung von Katar in der sanierten Villa empfangen werden. Mit dem Entwurf wurde das Architektenbüro Gewers und Pudewill betraut.

Die Villa Calé wurde zwischen 1904 und 1907 für den Verleger Franz Calé errichtet. Die Botschaft von Katar erwarb das Haus 1997 und wollte es zunächst als Botschaftssitz nutzen. Die Botschaft hat aber 2004 einen Neubau in traditionell katarischer Architektur im Grunewald bezogen.

"Wir nehmen das deutsch-katarische Kulturjahr zum Anlass, die historische Villa stilgerecht wieder herzustellen und für unsere Gäste, aber auch für die Berliner zu öffnen", sagte der Botschafter Katars, seine Exzellenz Abdulrahman bin Mohammed Al-Khulaifi, bei der Vertragsunterzeichnung. Udo Sauter, Geschäftsführer von Porr Deutschland, erklärte: "Wir stellen uns gern der Herausforderung, die Villa Calé behutsam zu sanieren, um dieses prunkvolle Gebäude auch für die nächste Generation zu erhalten."

In die Restaurierung einbezogen sind auch barbusige Frauenfiguren auf der Fassade. Sie sollen dafür verantwortlich sein, dass die Botschaft des muslimischen Emirats Katar nicht in die Villa einziehen wollte.


Ulrike Martin / uma
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