Bürger wünschen sich mehr Rücksichtnahme im Seengebiet

Der sommerliche Badespaß am Schlachtensee hat auch Nachteile: Noch fehlt es an genügend Toiletten und Müllbehältern. (Foto: Ulrike Martin)
Berlin: Schlachtensee |

Steglitz-Zehlendorf. Was sollte zum Schutz des Schlachtensees und der Krummen Lanke getan werden? Was kann verbessert werden im Naherholungsgebiet? Diese und weitere Fragen stellte die SPD Steglitz-Zehlendorf zwischen Juli und September 342 Bürgern. Die Ergebnisse liegen vor.

Zusätzliche Toiletten und Müllbehälter (97,5 Prozent) stehen ganz weit oben auf der Wunschliste. Dicht dahinter liegt die Forderung nach einer klaren Ausweisung des Hundeauslaufgebiets (91,7 Prozent), gefolgt von einer grundsätzlichen Sicherung der Naherholungsflächen im Landschaftsschutzgebiet Grunewald, in dem die beiden Seen liegen (89,3 Prozent). Wichtig war den Befragten auch ein Schritttempo für Radfahrer (84,4 Prozent). Nur 33,6 Prozent sprachen sich für die Einrichtung von Grillplätzen aus. Das Hundemitführverbot befürworteten knapp 56 Prozent, 42 Prozent waren dagegen, der Rest äußerte sich nicht dazu. Zur Sprache kam auch ein nur in den Sommermonaten geltendes Verbot.

Joachim Elsholz, Vorsitzender der SPD-Abteilung Seenplatte, die mit der Abteilung Krumme Lanke als „AG Seengebiet“ die Fragen ausgearbeitet hatte, war positiv überrascht über die Antworten. „Es gab sehr viele konstruktive Vorschläge, Kommentare und Anregungen. Vor allem zeigte sich, dass die Bürger ein umweltverträgliches Miteinander wollen, mit gegenseitiger Rücksichtnahme.“

Die Auswertung hat die AG in ein Konzept eingearbeitet, in dem Maßnahmen für die Seengebiete dargestellt sind. So sollte die Müllentsorgung auch an Wochenenden sichergestellt sein, was bisher nicht der Fall ist. Immerhin startet im nächsten Sommer ein Pilotprojekt der Berliner Stadtreinigungsbetriebe. Sie übernehmen die Reinigung des Ernst-Paul-Parks am Schlachtensee. Eine von möglichst mehreren neuen Toiletten gibt es bereits. Sie steht an der Liegewiese an der Krummen Lanke. Vorstellbar sei auch, den Grunewaldsee, wieder badetauglich zu machen. „Das kann durch die Einleitung von Frischwasser geschehen“, erklärt Elsholz.

Ein Gesamtkonzept für die Seenkette, die bis zum Lietzensee in Charlottenburg-Wilmersdorf reicht, könnte erstellt werden. Darin sollte die Verringerung der Einleitungen von schmutzigem Straßenwasser enthalten sein. Entsprechende Anträge werde die AG der BVV und dem Senat vorlegen, sagt Joachim Elsholz. uma
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