Fassadensanierung des Rathauses Zehlendorf wird deutlich teurer

Zehlendorf. Immobilienstadtrat Michael Karnetzki (SPD) schätzt die Kosten für die Sanierung der Rathausfassade auf rund 250 000 Euro. Das ist zehn Mal mehr als bisher angenommen. Im Oktober war lediglich von bis 25 000 Euro die Rede.

Seit zwei Monaten sind Nord- und Westseite des Rathauses eingerüstet. Planen verhüllen das Gebäude, weil Teile des Putzes und auch abgebrochene Zweige der Efeubewachsung herabgefallen sind.

Wie sich bei einer Untersuchung im April zeigte, sind die Schäden großflächiger als auf der Grundlage eines Gutachtens von 2009 angenommen wurde. Die Fassade ist nicht nur durch kleine Hohlstellen sondern bis aufs Mauerwerk angegriffen, sagte Karnetzki in seiner Antwort auf eine Große Anfrage von CDU und B‘90/Grüne in der Bezirksverordnetenversammlung. Schuld daran sei auch nicht der Efeu, wie zeitweise vermutet wurde, sondern der falsche Putz.

In der Diskussion stand vor allem die Einrüstung in der Kritik. Karnetzki erläuterte, dass das Gerüst 98 Euro pro Tag koste. Bis zum Abbau kämen 5650 Euro zusammen Grünen-Fraktionschef Uwe Köhne reagierte mit Unverständnis. "Wäre nicht ein fahrbares Gerüst einsetzbar gewesen, statt monatelang die Fassade zu verhüllen?", fragte er. David Eckel (CDU) kritisierte, dass er noch keinen Arbeiter vor Ort gesehen hätte und sprach von einem "Geistergerüst". Hans Jörg Henning (B‘90/Grüne) bezeichnete die Einrüstung als Geldverschwendung. Seiner Meinung nach hätte der Einsatz eines Hubsteigers gereicht.

Kritisiert wurde auch, dass bei der neuen Verputzung kein Wärmdämmschutz vorgesehen ist. "Da jetzt großflächige Arbeiten beginnen, wäre die Gelegenheit, Dämmputz anzubringen", sagte Bernhard Steinhoff (B‘90/Grüne). SPD-Fraktionschef Norbert Buchta erklärte, dass das Bezirksamt andere Prioritäten setze. "Es wird eine vernünftige Sanierung geben, aber einen teuren energetischen Putz können wir uns nicht leisten", sagte er. Die wenigen Haushaltsmittel müssten in die Sanierung von Schulen gesteckt werden. Aufgrund der Haushaltslage sei derzeit auch keine neue Begrünung vorgesehen. Dazu werde es aber noch Gespräche geben, versicherte Karnetzki.


Ulrike Martin / uma
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