Personalnotstand im Jugendamt

Steglitz-Zehlendorf. Ende 2015 waren 44 Stellen im Jugendamt nicht besetzt. Als Kollaps wegen akuter Personalnot bezeichnete der SPD-Fraktionsvorsitzende Norbert Buchta den Zustand im Verantwortungsbereich der zuständigen Stadträtin Christa Markl-Vieto (B‘90/Grüne).


Christa Markl-Vieto wies in ihrer Antwort auf die Große Anfrage darauf hin, dass seit Jahresbeginn aber bereits 15 Stellen besetzt werden konnten. Das soll nach und nach weiterhin geschehen. „Ich habe die realistische Hoffnung, dass das Jugendamt bis Ende Juni wieder regulär arbeiten kann“, erklärte die Stadträtin. Betroffen von der Personalnot sind derzeit die Regionalen Dienste, der Zentrale Service, das Jugendausbildungszentrum (JAZ) sowie einige Fachreferate.

Die Gründe für die Notlage seien vielfältig, wie die Jugendstadträtin erläuterte. Durch die Stellenbesetzungssperre in 2015 seien dem Jugendamt die Hände gebunden gewesen. Erst Ende des Jahres durften freie Stellen wieder besetzt werden. Hinzu komme, dass es in der ersten Hälfte 2015 eine „völlig normale Fluktuation“ gegeben habe, in der zweiten Hälfte hätten nicht planbare Umstände wie eine erhebliche Anzahl von Wegbewerbungen und Schwangerschaften die Lage verschärft.

Norbert Buchta stellte die Antwort nicht zufrieden: „Bereits Anfang 2015 war in den Protokollen des Jugendhilfe-Ausschusses zu lesen, dass mit personellen Engpässen im Jugendamt zu rechnen ist. Sie hätten früher gegensteuern können, die 44 fehlenden Stellen sind nicht von heute auf morgen zustande gekommen.“ Sich auf die Stellenbesetzungssperre zu beziehen sei kontraproduktiv. Es gebe Ausnahmegenehmigungen, es hätte Einstellungen vorgenommen werden können. „Sie haben die Gefahr erkannt, aber nicht gebannt“, lautete sein Vorwurf. Deshalb sei das Jugendamt erst in einem halben Jahr wieder arbeitsfähig.

Markl-Vieto wehrte sich gegen den Vorwurf, das Jugendamt funktioniere wegen der derzeitigen Personalknappheit nicht: „Das Amt arbeitet nach wie vor sehr gut. Alle Kernaufgaben werden erfüllt, und in Notfällen findet jeder Bürger den richtigen Ansprechpartner.“ uma
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