Raus aus der Kohle: Enquete-Kommission empfiehlt Komplettausstieg bis 2030

Berlin. Berlin soll bis 2020 ohne Energie aus Braunkohle auskommen. Das empfiehlt die Enquete-Kommission „Neue Energie für Berlin“. Bis 2030 soll auch mit Steinkohle Schluss sein.

„Parallel muss die gesamte Energieversorgung in Berlin konsequent und irreversibel bis 2050 auf Energie aus erneuerbaren und klimaneutralen Energiequellen umgestellt werden“, so die Forderung der Kommission in ihrem Zwischenbericht vom Februar 2015. Berlins Grundversorger Vattenfall betreibt derzeit noch drei Kraftwerke in der Hauptstadt, die hauptsächlich mit Kohle betrieben werden. Bis 2020 plant das Unternehmen, die Braunkohlenutzung am Standort Klingenberg zu beenden sowie den Steinkohle-Block Reuter C des Heizkraftwerks Reuter vom Netz zu nehmen.

„Damit haben wir schon einen wesentlichen Beitrag für weniger CO2 in der Stadt geleistet“, sagt Alexander Jung, Generalbevollmächtigter von Vattenfall für Berlin. Um Berlin bis 2050 klimaneutral werden zu lassen, müsse aber noch mehr passieren. Deshalb werde Vattenfall perspektivisch auch über die Steinkohle-Heizkraftwerke Moabit und Reuter West mit der Stadt reden. „Wir sind überzeugt, dass wir Lösungen finden werden, die mit den langfristigen Berliner Klimazielen vereinbar sind“, so Alexander Jung. Einfach nur stillgelegt werden können die Kraftwerke jedoch nicht, vielmehr muss Ersatz gefunden werden, um vor allem die Fernwärmeversorgung Berlins auf einem sozial verträglichen Preisniveau weiter zu garantieren.

Die Kommission rät übergangsweise zum Einsatz klimafreundlicherer Gaskraftwerke, die jedoch teurer wären. Noch geklärt werden müsse der Kommission zufolge zudem, welche Modernisierungen oder Neubauten im Rahmen der Energiewende überhaupt noch sinnvoll seien und welche Kraftwerke komplett vom Netz genommen werden könnten. Ein Abschlussbericht der Kommission soll im November für mehr Klarheit sorgen. sr

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