Freigabe des Zugangs verschiebt sich erneut

Der U-Bahneingang Onkel-Tom-Straße ist seit April Baustelle. Die Treppe ist fertig, darf aber nicht benutzt werden. (Foto: M. Schmidt)

Zehlendorf. Zehn Monate nach der Sperrung des West-Zugangs ist der U-Bahnhof Onkel Toms Hütte immer noch Baustelle. Den Fahrgästen wie dem Bezirk platzt jetzt der Kragen. Der Aushang mit der Ankündigung der Fertigstellung bis "Ende Januar" ist inzwischen abgenommen worden.

Nun steht der 28. März als Tag der Wiedereröffnung an der Tür. Einem Antrag der Grünen in der BVV, "sich mit der BVG in Verbindung zu setzen, damit der Fahrstuhl in der Ladenstraße bald fertig gestellt wird", hat sich auch die CDU im Bezirk angeschlossen. "Bisher ist eine Fertigstellung nicht absehbar", heißt es im Antrag.

Seit April 2013 warten die U-Bahn-Benutzer auf der Seite der Onkel-Tom-Straße darauf, dass "ihr" Eingang wieder geöffnet wird. Seitdem wird dort ein Aufzug eingebaut. Die BVG hatte in Aushängen zunächst "Ende November" als Wiederöffnungsdatum genannt.

Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) will sich nun direkt an die BVG wenden: "Ich wünsche mir, dass es schneller geht. Wir können nur immer wieder darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass der Ausgang wieder geöffnet wird."

Den Anwohnern reicht es. Sie müssen seit zehn Monaten nicht nur einen Umweg in Kauf nehmen, sondern ärgern sich vor allem über den Stillstand auf der Baustelle. "Die BVG interessiert sich nicht dafür, wann es fertig wird", vermutet Knud Wolffram. "Gelegentlich ist mal ein einsames Hämmern zu vernehmen, ansonsten herrscht Schweigen im Walde."

Die Bäckerei Thürmann in der Ladenstraße habe bereits schließen müssen, klagt Wolffram in einem Brief an Bürgermeister Kopp. Er wünscht sich vom Bezirkschef, dass "Sie den Verantwortlichen bei der BVG mal energisch auf die Füße treten, damit hier endlich Bewegung in die Sache kommt." Geschäftsleute bestätigen auf Nachfrage, dass sich die Kundschaft über die anhaltenden Bauarbeiten ärgere. "Jeder Dritte beschwert sich über die schleppenden Bauarbeiten", sagt ein Filialleiter, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte. Für die Einzelgeschäfte sei es noch schwerer. Auch Lehrer Wolffram ist besorgt: "Hier stehen die Existenzen kleiner Geschäftsleute auf dem Spiel, reihenweise gehen Einkaufsmöglichkeiten und auch Arbeitsplätze verloren", heißt es in seinem Brief.

Zumindest die Treppe sollte ab Februar eigentlich wieder benutzt werden können, während am Fahrstuhl nebenan weitergebaut würde. Doch dies hat der Senat angeblich aus Brandschutzgründen untersagt. Grund ist die Trennwand zum Aufzug. Durch sie sei die Treppe zu schmal, um ausreichend Fluchtweg zu bieten. Laut BVG wäre eine Treppe direkt an der Baustelle zu gefährlich für die Fahrgäste.

"Die technische Aufsicht ließ daher eine vorzeitige Eröffnung des Eingangs nicht zu", sagt Sprecher Markus Falkner. "Nach momentanem Stand der Dinge werden wir den Zugang im März eröffnen." Mit Verzögerung bei Umbauten an solch alten Gebäuden müsse man immer rechnen. Falkner: "Wir bedauern, wenn es Einschränkungen für unsere Fahrgäste gibt."


Martinus Schmidt / mst
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