Grüne beantragen Runden Tisch

Zehlendorf. Der Bierkastenlauf am Vatertag hat in diesem Jahr zum Glück nicht stattgefunden. Aber auch ohne ihn fühlen sich Anwohner des Schlachtensees regelmäßig belästigt. Ein Runder Tisch soll Abhilfe schaffen.

Seit Jahren geht das so: Im Sommer in den Abendstunden und vor allem am Wochenende fallen Erholungssuchende und "erlebnisorientierte" junge Leute aus ganz Berlin aus der S-Bahn auf die Wiese zwischen Bahnhof und See. Der Alkoholkonsum ist dabei nicht unbeträchtlich. Die Folgen sind Lärm und Vermüllung. Manche Bürger vermuten, dass sich dort auch eine Drogenszene entwickelt hat."Die gibt es nicht", sagt Dorothee Brinkmann, Mitarbeiterin des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf, die für Suchtprävention und Jugendschutz zuständig ist. Sie führt die Gerüchte vielmehr auf den Ärger über die Lärmbelästigung und auf die Furcht vor einer solchen Szene zurück. Sie räumt jedoch ein: "Es kommt durchaus vor, dass eine Gruppe Jugendlicher dort kifft."

Bleiben Alkohol, Lärm und Müll. Die Probleme sind der Polizei bekannt. Gemeinsam mit der "Operativen Gruppe Jugendgewalt" geht sie in den Sommermonaten verstärkt auf Streife in der betroffenen Gegend. Auch das Ordnungsamt kontrolliert.

Auch die Politik reagiert auf Beschwerden aus der Bevölkerung über das Verhalten von Jugendlichen am Schlachtensee. "Bürger haben uns angesprochen. Sie haben das Bedürnis, dass da etwas passiert", so der Grüne Bezirksverordnete Uwe Köhne. Dessen Fraktion hat Jugendstadträtin Christa Markl-Vieto (B’90/Grüne) aufgefordert, einen Gesprächskreis "Schlachtensee/Krumme Lanke" zu initiieren. Ziel ist ein friedlicher Naherholungsort für alle Generationen. An dem Runden Tisch sollen Vertreter von Bezirksamt, Geschäftsleuten, Anwohnern und der Polizei herausfinden, wie schwerwiegend die Probleme sind und nach Lösungsmöglichkeiten suchen, erläutert Uwe Köhne. Patentlösungen gebe es freilich nicht.

Das Jugendamt begrüßt die Idee eines Gesprächskreises. Die Wiese werde zwar bestehen bleiben. Aber es gelte, die unterschiedlichen Bedürfnisse in Einklang zu bringen.

Der Antrag wurde in den Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Tiefbau und Landschaftsplanung verwiesen. Er wird am 6. August darüber diskutieren und eine entsprechende Empfehlung für die nächste Bezirksverordnetenversammlung aussprechen.


Karen Noetzel / KEN
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