Kommissarin besucht mit Polizeihund Grundschule

Was denkt der Hund von mir? Die Klasse 6b der Grundschule am Buschgraben lernt den Umgang mit Vierbeinern. (Foto: M. Schmidt)

Zehlendorf. Zu einer Schulstunde der besonderen Art kamen Kinder der Grundschule am Buschgraben am Donnerstag 29. August, zusammen. Am Beispiel des Polizeihundes Chuck lernten die Sechstklässler den Umgang mit Hunden.

Marei Kilb hat ihren besten Freund mitgebracht. Seit zwei Jahren arbeitet sie mit Chuck zusammen. Der dreieinhalbjährige belgische Malinois wohnt auch bei der 36-jährigen Polizeikommissarin. Chuck mit weißem Schriftzug "Polizei" auf schwarzem Leder ist als Schutzhund der Berliner Polizei leicht zu erkennen. Den Kindern der "6 b", die sich an diesem Morgen auf dem Hof versammelt haben, führt Kilb vor, wie ihr Diensthund für Einsätze gegen Rechtsbrecher gerüstet ist, und lässt ihn frei.Dabei dürfen die 14 Jungen und Mädchen keinen Radau oder überraschende Bewegungen machen. Das würde Chuck falsch verstehen. Wenn jetzt einer die Hand höbe oder losliefe, wäre Chuck sofort an ihm dran.

Aber zuvor wollte Kilb von den Kindern wissen: "Wer hat Erfahrung mit Hunden? Was ist das Besondere?" Vor allem durch seinen Geruchsinn ist das beliebteste deutsche Haustier überlegen: 200 Millionen statt fünf Millionen Riechzellen machen die Vierbeiner zu idealen Spürnasen.

Auf Befehle, die nur sie kennt, rennt der Hund los, bleibt stehen und fasst auch zu. Aber selbst mit Maulkorb aus Metall kann Chuck flüchtige Strolche anspringen und zu Fall bringen. Ein Hund kann bis zu 60 Stundenkilometer rennen und ist damit für die Polizei ein guter Helfer gegen weglaufende Räuber. Auch ein Beißspielzeug hat die Kommissarin dabei.

Klassenlehrer Andreas Tätweiler kam über ein Referat in Naturwissenschaften auf die Hunde. Die Vorführung mit Chuck betrachtet der 52-Jährige, seit 24 Jahren Lehrer, als wertvolle Ergänzung zum Unterricht.

Die Beschäftigung mit dem Thema "Hunde" kommt nicht von ungefähr. "Vorfälle" mit Vierbeinern gibt es laut Gunhild Maaß, Leiterin des bezirklichen Veterinäramtes, ein Dutzend Mal im Monat, davon zwei bis drei mit Kindern. Nicht alle seien "Bissvorfälle".

Anzeigen von Eltern leitet die Polizei an die Amtstierärztin weiter. Dann werde der unartige Hund auch mal im nahen Auslaufgebiet überprüft, sagt die 55-Jährige. Erst danach wird über Zwangsmaßnahmen wie etwa Maulkorbpflicht entschieden.

Kinder schätzten Tiere oft falsch ein. "Sie gucken auf gleicher Augenhöhe direkt an. Wenn sie dann anfangen zu rennen, löst das beim Hund Jagdverhalten aus", sagt Maaß. Der Hund nehme das Kind als Beute wahr.

Kinder sollen nicht an alle Hunde rangehen, sondern müssen wissen, wie sie sich richtig verhalten, sagt Polizeihauptkommissar Lutz Klemke, der die Aktion in der Buschgraben-Grundschule organisierte.


Martinus Schmidt / mst
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