Leser geben zahlreiche Hinweise zu kaputten Gasleuchten

Zehlendorf. Die Leseraktion der Berliner Woche zu "teuren Dauerbrennern" hat ein großes Echo bei unseren Lesern hervorgerufen. Eine Vielzahl von Anrufern meldete uns defekte Gasbrenner.

Was aufmerksame Leser der Berliner Woche nach dem Aufruf, Fälle von öffentlicher Verschwendung zu nennen, nicht nur zu den Gasleuchten berichteten, ist erschreckend. Der erste "Dauerbrenner", der laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt immerhin 1000 Watt pro Stunde verbraucht, wurde aus dem Dohnenstieg 29 gemeldet. Seit einer "gefühlten Ewigkeit", nämlich seit zwei Wochen, brennt eine Gasleuchte vor dem Haus Nummer 2 in der Auerhahnbalz-, Ecke Wilskistraße, weiß Leserin Vera Franke. Und Klaus Kalz aus Lichterfelde-Ost berichtet von einer Gaslaterne im Bassermannweg 15, die seit Wochen Tag und Nacht leuchte. Renate Lenz aus Zehlendorf nennt das "eine schlimme Verschwendung". Laterne Nummer 19 vor dem Haus Jänickestraße 47 brenne seit Wochen ununterbrochen.

Gewartet und instand gesetzt werden Berlins 42 000 Gasleuchten von Vattenfall. Über 75 Prozent dieser Lampen gehören zum Typ der "Gasaufsatzleuchten". Und wenn eine Leuchte nicht funktioniert? "Selbstverständlich nehmen wir sehr gern Meldungen aus der Bevölkerung entgegen", sagt Axel Happe, Kommunikationskoordinator der Vattenfall GmbH in Berlin. Hierfür habe das Energieunternehmen extra die Kontaktstelle "BerlinLicht" und die kostenlose Rufnummer 08001102010 eingerichtet.

Defekte Lampen könnten auch via E-Mail unter der Adresse BerlinLicht@Vattenfall.de gemeldet werden. "Am komfortabelsten geht die Störungsmeldung aber über das Internet", erläutert Axel Happe. Auf der Webseite www.vattenfall.de/de/stoerungsmeldung-verkehrsanlagen-berlin.htm sind alle Berliner Straßenleuchten in einer Karte einzeln verzeichnet. Ein einfacher Klick auf die jeweilige Leuchte führt zu einem Kontaktformular, in dem sich die kaputte Lampe melden lässt.

Ob das Meldesystem bei Vattenfall wirklich funktioniert, ist fraglich. Axel Happe bleibt vage: "Was die Kontrolle angeht, so ist eine regelmäßige Überwachung der Beleuchtung nach Vorgabe des Landes Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, gewährleistet", teilt der Vattenfall-Mitarbeiter auf Anfrage mit.

Margot Gehrke aus der Hampsteadstraße hat seit Jahresanfang bereits drei Mal bei Vattenfall angerufen, weil Lampen durchgehend oder gar nicht brannten. Passiert ist nichts. Stattdessen musste sie sich einen "Vortrag" über Gasleuchten anhören, die ohnehin bald durch elektrisches Licht ersetzt würden.

"Interessiert sich niemand für", sagt Jürgen Kishauer. Er kennt eine Leuchte, die seit acht Jahren ununterbrochen brennt: in der Schlettstadter Straße, vor Haus Nummer 80. Zwar habe er bei Vattenfall angerufen, auch weil schon jemand gegen die Lampe gefahren sei und die Laterne seither nur noch an einer Kette hänge. Doch das Unternehmen habe nur auf einen Wartungsdienst durch Fremdfirmen hingewiesen. Geschehen sei nichts.

Ähnliche Erfahrungen hat Claudius von Moers aus der Onkel-Tom-Siedlung gemacht und zieht das Fazit: "Ein Kampf gegen Windmühlen". Immer wieder habe er tagsüber leuchtende Laternen im Bereich des U-Bahnhofs Onkel-Toms-Hütte gemeldet - "im wesentlichen erfolglos". In einem Fall habe er beobachtet, wie ein Monteur wohl eine tagsüber leuchtende Laterne reparieren wollte. Als er wieder fort war, brannte sie dennoch weiter. Von höherer Stelle habe man ihm gesagt, dass das Reparieren einer Laterne mehr Kosten verursache als der Gasverbrauch für Leuchten, die rund um die Uhr brennen.


Karen Noetzel / KEN
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