Mehrheit gibt sich bei Polizeikontrollen einsichtig

Zehlendorf. Trotz mancher Verstöße gegen die Verkehrsregeln zeigen sich Radfahrer in Zehlendorf Mitte bei Polizeikontrollen einsichtig. Am häufigsten mussten Polizisten das Fahren auf dem Gehsteig und in die falsche Richtung ahnden.

Bei der Kontrolle von Radlern will die Polizei vor allem vorbeugend wirken. Hintergrund sind die jüngsten tödlichen Verkehrsunfälle von Radlern. "Radfahrer vergessen oft, dass ihre Fahrzeuge keine Knautschzone haben", sagt Polizeioberkommissar Dirk Zopke, der mit seiner Kollegin Isabel Lieder am Donnerstag, 11. Juli, auf dem Teltower Damm die Augen offen hält. "Sie leben heute gefährlicher als früher, weil viel mehr Verkehr ist." Die meisten der Angehaltenen zwischen Potsdamer Straße und Mühlenstraße sind einsichtig. Nicht so ein etwa 30-jähriger Mützenträger. Er versteht erst mal nichts, nachdem er bei "Rot" nicht gehalten hatte. Dann beruft er sich auf einen dringenden Arzttermin.

Eigentlich wären hier 45 Euro fällig gewesen. Der Mützenträger kommt ungeschoren davon. Bereits die Personalienfeststellung hätte an Verständigungsschwierigkeiten scheitern können.

Anders bei einer etwa 50-Jährigen, die mal eben über den Bürgersteig huscht. "Sie sollten sich lieber um Autofahrer kümmern oder um Radler ohne Beleuchtung", sagt die resolute Brillenträgerin. "Eigentlich hab ich’s eilig, ich wollte rasch über die Straße." Im Prinzip gibt sie der Polizei Recht und akzeptiert das Verwarnungsgeld von zehn Euro.

"Wir wollen die Leute sensibilisieren, wenn nötig, auch mit Geldbußen", sagt Zopke. 20 Euro kostet Radfahren auf der falschen Seite, 45 Euro das Missachten einer roter Ampel.

Bei aller Mühsal freuen sich die Beamten besonders über Erfolge. Oberkommissarin Patricia Pawlik: "Ich habe gerade zwei getroffen, die ich schon mal verwarnt hatte. Diesmal fuhren sie richtig und grüßten freundlich." Typisches Fehlverhalten sei das Fahren auf der falschen Seite, Telefon am Ohr und Musik über Kopfhörer. "In den ersten Einsatzwochen stand der präventive Gedanke im Vordergrund", erklärt Polizeioberrat Sven Heinrich vom Abschnitt 43. "50 Verkehrsordnungswidrigkeiten von Radfahrern mussten wir ahnden." Die Gegend um den S-Bahnhof Zehlendorf sei dabei der Schwerpunkt bei Unfällen mit Radfahrern.


Martinus Schmidt / mst
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