Musikarbeit in der Schottenburg seit Monaten lahmgelegt

Zehlendorf. Die Schottenburg, eine Jugendfreizeiteinrichtung des Bezirks (JFE), hat sich durch musikbetonte Jugendarbeit einen Namen gemacht. Doch Pfusch am Bau und Kompetenzgerangel im Bezirksamt drohen jetzt, all dies zunichte zu machen.

Im September 2012 wurde Schimmel in den Kellerräumen der JFE am Brittendorfer Weg festgestellt. Die Probenräume waren nicht mehr nutzbar. Ende April 2013 stellte das Bezirksamt 140 000 Euro für die Sanierung und Wiederherstellung der Räume zur Verfügung. Ende Oktober 2013 begann die Sanierung, doch nicht wie geplant im Keller sondern am Dach und verschlang allein die Hälfte des Geldes. Der gesamte rechte Flügel der JFE Schottenburg wurde für die Baumaßnahmen gesperrt.

Das Musikstudio und das Café wurden geschlossen und sind seitdem nicht mehr nutzbar. Das komplette Dach des Seitenflügels wurde abgetragen und durch eine Plane notdürftig abgedeckt. Mehrere starke Regengüsse drangen dann in das Haus ein und sorgten für Chaos und Verwüstung. Dabei wurden Computer und Mobiliar im Wert von mehreren Tausend Euro zerstört.

Inzwischen ist das Dach saniert, der Keller schimmelfrei und halb fertig, das Café weitgehend wieder hergestellt. Nur das Musikstudio muffelt noch vor sich hin, weil Wasser in die Außenwand und die Innenverkleidung eingedrungen ist.

Doch aufgrund mangelnder Kommunikation in der Verwaltung ruht die weitere Sanierung. Das Bauamt hat keine Unterlagen über die derzeitige Nutzuung der Räume. Das Gebäude wurde 1953 erbaut. Eine Umwidmung der Räume habe es laut dem Bauamt nie gegeben. Eine Bauakte fehlt. Der Brandschutz sei nicht gegeben. Zudem fehle ein Bauantrag.

"Da wiehert der Amtsschimmel", sagt Volker Herde, 1. Vorsitzender des Vereins Schottenkinder. Der Verein ist enger Kooperationspartner der JFE und Träger der Musikgruppenarbeit. Die Schließung des Cafés und des Studios bedeutet für den Offenen-Tür-Betrieb eine Reduzierung von rund 50 Prozent Nutzungsfläche. "Der Imageschaden ist gewaltig, das Kompetenzgerangel innerhalb des Bezirksamtes ein Skandal", betont Herde.


Michael Kahle / m.k.
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