Stute verletzte sich nach Knallerei

Die neunjährige Khira Khan erschrak durch einen Knall und ging durch. (Foto: KJRFV)

Zehlendorf. Nach dem Reitunfall kurz vor Weihnachten geht das Bangen um Khira Khan weiter. Die neunjährige Stute war nach einem Knall auf der Königsstraße am 18. Dezember durchgegangen und hatte die Reiterin abgeworfen.

Während die 18-Jährige einen Tag nach dem Zwischenfall aus dem Krankenhaus entlassen wurde, bangen die Pferdefreunde des Zehlendorfer Reitvereins KJRFV um die Stute. Sie wurde an der Schulter und am hinteren Fesselgelenk verletzt. Nach Auskunft von Reitlehrerin Brigitte Zoschke wurde Khira Khan in der nahe gelegenen Tierklinik Düppel ein Schultergelenk punktiert.

Eine Gelenkkapsel liegt offen und müsse vor Bakterieneinfall geschützt werden, so Zoschke: "Das Tier steht, jedoch ist das Fesselgelenk gebrochen und geschient worden." Ob die Stute, die Morphium gegen Schmerzen bekommt, jemals wiederhergestellt werde, sei ungewiss. Die Reiterin ist nach Angaben des KJRFV schon öfter geritten und mit Khira Khan vertraut. Sie sei "eine, die mit dem Tier arbeitet." Doch, so Zoschke: "Wenn ein Böller hochgeht, ist ein Pferd nicht zu halten."

Wir haben mit der Knallerei so früh nicht gerechnet, meint KJRFV-Vorsitzende Glinda Spreen. "Pferde sind Fluchttiere und schreckhaft. Wenn sie einen Knall hören, dann rennen sie." Ein Problem seien auch blendende Scheinwerfer, selbst wenn Pferde mit Autos vertraut seien. Der Reiterin von Khira Khan musste nach dem Unfall eine Lippe genäht werden. Sie hat ihr Unglückspferd noch am Tage ihrer Entlassung besucht.

Die 18-Jährige wolle auf jeden Fall wieder aufs Pferd, sagt die Trainerin, die seit 25 Jahren Reitlehrerin ist. Die von ihr angeleitete Gruppe sei am 18. Dezember zu dritt unterwegs gewesen. Einen solchen Unfall habe sie noch nicht erlebt. Den Verursacher des Unfalls zu finden, sei schwierig. Erlaubt ist das Zünden von Knallkörpern nach Polizeiangaben ab dem 31. Dezember. Selbst wenn Khira Khan ganz genese, ist es nach KJRFV-Angaben unsicher, ob sie weiter beritten werden kann: "Sie frisst normal." Nach Zoschkes Angaben leben derzeit 20 Altpferde auf einer Extra-Koppel in Schenkenhorst, 20 Minuten von Berlin-Zehlendorf, im Ruhestand.


Martinus Schmidt / mst
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