Zehlendorfer Pferdeclub freut sich über zweiten Preis

Über Pokal und einen Scheck kann sich Der Kinder- und Jugend-Reit- und Fahrverein Zehlendorf (KJRFV) freuen. Foto: M. Schmidt

Zehlendorf. Der Kinder- und Jugend-Reit- und Fahrverein Zehlendorf (KJRFV) hat im bundesweiten Foto-Wettbewerb um den Fit&Ess-Pokal den zweiten Preis gemacht.

Mit dem Pokal verbunden ist ein Scheck über 2000 Euro. Die vom Deutschen Kinderhilfswerk in Zusammenarbeit mit dem Geflügelhersteller Friki ausgelobte Prämie hatte Sportvereine in ganz Deutschland angeregt, Kinder beim gemeinsamen Kochen und Essen zu zeigen. "Viele Kinder kennen sich bei Lebensmitteln nicht mehr aus", bedauert KJRFV-Vorsitzende Glinda Spreen. Eltern besorgten oft Tiefgekühltes statt frische Waren, und die Kinder machten es nach. So sei man auf die Idee gekommen, mit den Kindern in die Küche zu gehen. Das prämierte Foto entstand beim gemeinsamen Backen an der Cecilien-Grundschule, mit der die Düppeler zusammenarbeiten.

"Die Esskultur geht verloren", sagt auch Michael Kruse. "Ernährungsverhalten und sportliche Betätigung werden in den ersten zehn Lebensjahren erlernt", so der regionale Koordinator des Deutschen Kinderhilfswerks. Die Organisation kümmert sich seit 1972 um "Rechte und Beteiligung von Kindern und die Überwindung von Kinderarmut in Deutschland", wie es in einer Selbstdarstellung des Vereins heißt.

Den Fit&Ess-Pokal hat das Hilfswerk jetzt zum ersten Mal vergeben. Der erste Preis über 5000 Euro ging an einen Sportverein in Heilbronn, der dritte über 500 Euro nach Halle. "Eine gesunde Ernährung, kombiniert mit Bewegung, sind wesentliche Grundlagen für die Entwicklung von Kindern", sagt Kruse. Der 56-Jährige beklagt, dass so viele Kinder aus armen Familien falsch ernährt seien, nicht etwa mangelhaft, sondern eher zu einseitig und kalorienreich.

Zu den Pferdefreunden in Düppel kommen jeden Tag etwa 100 Kinder. Reitlehrerin Spreen tritt der Ansicht entgegen, dass der Pferdesport nur etwas für Privilegierte sei. Zwar beträgt der Mitgliedsbeitrag 60 Euro im Monat, doch es gebe auch bedürftige Kinder, die weniger zahlten. Die meisten Reitschüler sind nach Spreens Angaben Mädchen. "Aber wenn Jungen dabeibleiben, finden sie es klasse", sagt die Pferdeliebhaberin. "Sie sind normalerweise sensibler als andere Jungen und werden dann von den Mädchen umgarnt." Die Kinder im Reitverein am früheren S-Bahnhof Zehlendorf-Süd sind nicht viel älter als die Pferde. Sieben Jahre beträgt das Durchschnittsalter der 80 Lehrrösser. Im Mai wollen die Düppeler einen besonderen Tag begehen. Dann nämlich wird Madame Nou, das älteste Pony Deutschlands, 50 Jahre alt.


Martinus Schmidt / mst
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