Friedenseiche zur Deutschen Einheit soll eine Tafel erhalten

Noch 1000 Jahre könnte die Zehlendorfer Friedenseiche Schatten spenden. Sie erinnert an den siegreichen deutsch-französischen Krieg 1870/1871. (Foto: sabka)

Zehlendorf. Was hat die eine, was die andere nicht hat? Nein, weder Eitelkeiten noch das schönste Blätterkleid sind es. Eher käme das Alter in Betracht.

Die Zehlendorfer Eiche vor dem Heimatmuseum wurde 1871 als Friedenseiche gepflanzt und trägt deutlich sichtbar eine Tafel, die das belegt. Die Eiche zur Deutschen Einheit jedoch, gleich gegenüber auf dem Dorfanger Zehlendorf, die am Nachmittag des 3. Oktober 1990, vom damaligen Bürgermeister Jürgen Klemann (CDU) ins Erdreich gesetzt wurde, steht ohne da. Das soll sich auf Wunsch der SPD-Fraktion ändern. In der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung wurde der Antrag an den Haushaltsausschuss unter Mitberatung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Bürgerdienste überwiesen.

Die Zehlendorfer Friedenseiche ist mittlerweile zu einer stattlichen Größe herangewachsen. Die Krone des historischen Naturdenkmals spendet im Sommer dem gesamten Platz Schatten. Als Symbol für Einigkeit, Treue und Recht waren Eichen im Deutschen Kaiserreich beliebt. Seinerzeit war es in ganz Deutschland üblich, sie als sogenannte Friedenseichen in Erinnerung an den deutsch-französischen Krieg 1870/71 zu pflanzen. Auch die Zehlendorfer Friedenseiche wurde anlässlich des ersten Jahrestages der Entscheidungsschlacht bei Sedan gepflanzt, die mit dem Sieg der Preußen unter Otto von Bismarck und der Kapitulation französischer Truppen sowie der Gefangennahme Napoléon III endete.

144 Jahre erinnert die Zehlendorfer Eiche nun an ein geschichtsträchtiges Ereignis. Seit 25 Jahren schlägt ihr Naturdenkmal gegenüber Wurzeln - bisher ohne Hinweis auf ihre Bedeutung. Wenn man die Bäume lässt, könnten sie auch in 1000 Jahren noch Zeugnis Deutscher Geschichte ablegen. Ihre Lebenserwartung ist hoch. Und der Stamm für eine Gedenktafel breit genug.


Sabine Kalkus / sabka
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