"Zehlenwandel" will Bepflanzung des Marga-Meusel-Platzes

Aufforderung zum Ernten: Mit diesem Holzschild macht die Initiative auf ihr Projekt aufmerksam. (Foto: Martin)

Zehlendorf. In Berlin gibt es 52 Stadt- und interkulturelle Gärten, zwei davon in Zehlendorf: einen Ökogarten am Buschgraben und das Projekt "Essbares Zehlendorf" des Runden Tisches Zehlendorf in der Sachtlebenstraße. Bald könnte ein dritter hinzukommen.

Auf der Suche nach einem Gemeinschaftsgarten hat die Initiative "Zehlenwandel" einen Schritt nach vorn getan. Drei mögliche Standorte für den geplanten Stadtgarten sind jetzt gefunden.

Favorit ist der Marga-Meusel-Platz an der Ecke Sven-Hedin- und Blumenthal-Straße. Zweite und dritte Wahl: Sven-Hedin-/Fischerhüttenstraße und Marshallstraße/Hüttenweg. "Der Marga-Meusel-Platz" ist unser Wunschkandidat", sagt Julia Käsmaier, Mitbegründerin der Initiative. "Er ist sauber und gepflegt." Zu klären sei nur noch, ob es einen Wasseranschluss gebe.

Mitte September trafen sich die "Zehlenwandler" in der Ernst-Moritz-Arndt-Gemeinde, um die nächsten Aktionen zu besprechen. "Wir haben jetzt einen Antrag ans Grünflächenamt geschrieben, wollen wissen, ob die Fläche am Marga-Meusel-Platz infrage kommt", erklärt Käsmaier. Parallel dazu gehe die Arbeit an einem Nutzungsplan voran.

In diesen Plan fließen auch die Vorschläge der Garten-Interessenten ein, und die sind bunt gemischt. Vorrangig geht es natürlich darum, Beete anzulegen und Gemüse und Obst zu ernten, aber auch der Wunsch nach Gesprächen und Austausch wurde geäußert, ebenso die Idee, generationenübergreifend zu gärtnern, Alt und Jung zusammenzubringen.

"Der nächste Schritt ist jetzt, die Anwohner zu informieren", sagt Käsmaier. Das soll schnell geschehen, dann könnte es nach der erhofften Zustimmung des Grünflächenamtes schon losgehen.

Nach Einschätzung von Julia Käsmaier müsste es mehr solcher Gemeinschaftsgärten geben. "Wir sehen einen solchen Garten auch als Investition in die Zukunft." Hinter der Idee des sogenannten Urban Gardening (des Gärtnerns in der Stadt) stecke nicht nur die Gemeinschafts-Idee und der ökologische Aspekt, es gehe auch darum, den Kiez zu beleben, Ressourcen einzusparen und sich zum Teil selbst versorgen zu können. "Und schließlich gibt es viele Menschen in der Stadt, die keinen Garten haben, sich aber einen wünschen."

Im Mai hat das Zehlenwandel-Projekt erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Julia Käsmaier und einige Mitstreiter bepflanzten drei Betonkübel vor der Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte mit Erdbeeren und Radieschen. Sie steckten Holzschilder mit der Aufforderung "Pflücke und schmecke" ins sprießende Grün. Im Oktober will die BVG den Vorplatz des U-Bahnhofs umgestalten. Die Kübel kommen zwar weg, dafür wurde ein Hochbeet in Aussicht gestellt.

Infos gibt es per E-Mail an: zehlenwandel@gmail.de und im Netz unter: http://zehlenwandel.wordpress.com/.

Ulrike Martin / uma
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