Veränderungen in Sicht
Ruinenlandschaft in Hohenschönhausen soll endlich verschwinden

Die Ruinenlandschaft an der Gehrenseestraße soll bald der Vergangenheit angehören.
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  • Die Ruinenlandschaft an der Gehrenseestraße soll bald der Vergangenheit angehören.
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Der Zustand der Gebäude ist für Anwohner kein schöner Anblick: scheibenlose Löcher, wo Fenster waren, ungepflegter Wildwuchs. Die früheren Wohnheime für vietnamesische Vertragsarbeiter der DDR an der Gehrensee-/Wollenberger Straße stehen seit Mitte der Neunzigerjahre leer. Trotz der Einzäunung dringen immer wieder Obdachlose ein, die Schlafplätze suchen. Bald soll diese Ruinenlandschaft der Vergangenheit angehören.

Auch für die Wirtschaftsförderung sind die verfallenen Häuser nicht gerade ein Aushängeschild, denn gleich hinter den Häusern in der Wollenberger Straße schließt sich das Gewerbegebiet Lichtenbergs an. Nun gibt es wieder einmal einen Hoffnungsschimmer.

„Dort hat es einen städtebaulichen Wettbewerb gegeben“, sagte die zuständige Stadträtin für Stadtentwicklung Birgit Monteiro auf Anfrage der Berliner Woche. „Die beiden Eigentümer – die HOWOGE und das private Wohnungsunternehmen Belle Epoque – haben ihn durchgeführt.“ Das notwendige Bebauungsplanverfahren nimmt jetzt seinen Lauf. „Das Verfahren hat gerade begonnen und dauert mindestens zwei Jahre.“ Die Stadträtin ist sehr zufrieden darüber, dass nach den vielen Jahren des Stillstandes und des Verfalls nun endlich wieder Bewegung in die verfahrene Situation gekommen ist.

2000 Wohnungen in Planung

Zu dem Gebiet hat es in den vergangenen Jahren schon viele Ideen und viele Eigentümerwechsel gegeben. Jetzt haben sowohl der Bezirk als auch die beiden Eigentümer das Ziel, das Gebiet als Wohngebiet zu entwickeln. „Es sollen rund 2000 Wohnungen, eine Schule, eine Kita und Spielflächen entstehen“, teilte Monteiro mit. „Auch Gewerbeflächen sind geplant.“

Die alten Gebäude werden abgerissen. Über eine Zeitplanung konnte die Stadträtin noch keine Auskünfte geben. Es wird aber mindestens zwei Bürgerbeteiligungen geben, bevor die Lichtenberger BVV dann in zwei Jahren über den Bebauungsplan beschließen muss. Nach dem Plan aus dem städtebaulichen Wettbewerb sollen dort siebengeschossige Wohngebäude gebaut werden. Dazu kommen noch 5 Häuser, die genau so groß sein werden wie das Hochhaus gegenüber in der Seefelder Straße. Diese Zwanziggeschosser sind als markante Punkte und als Orientierung geplant. Ob sie allerdings gebaut werden, wird sich erst im Laufe des weiteren Verfahrens herausstellen.

Der Wohnungsbau wird zum Teil vom Land Berlin gefördert. Damit wird die HOWOGE die Hälfte der Wohnungen zu günstigen Mieten anbieten, die Belle Epoque wird 30 Prozent der Wohnungen zu geringen Mieten auf dem Wohnungsmarkt bringen.

Allen Interessen gerecht

Die Innenhöfe sollen vom Verkehr frei gehalten werden und sind als grüne Bereiche geplant. Für die rund 4000 zukünftigen Bewohner soll im nördlichen Teil an der Gehrenseestraße eine Tiefgarage gebaut werden. Im südlichen Teil plant die HOWOGE offene Stellplätze. Außerdem gehört zum Verfahren noch eine Verkehrsplanung. Ein zentraler Punkt ist dabei die Sicherung der wichtigen Zufahrten zum anschließenden Gewerbegebiet an der Marzahner Chaussee und der Wollenberger Straße. 

Für die neuen Bewohner sind neben den grünen Innenhöfen auch ein Marktplatz und Nahversorger vorgesehen. Von einem größeren Einkaufszentrum gehen die Städteplaner zur Zeit nicht aus, weil das Storchennest in unmittelbarer Nähe liegt.

Abschließend betonte die Stadträtin, „Ich bin nach dem jahrelangen Stillstand und Verfall aber zuversichtlich, dass dort in naher Zukunft ein neues Stadtquartier entstehen kann.“

Autor:

Klaus Teßmann aus Prenzlauer Berg

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