Gerd Neumes, der Macher der Medaillen, geht

Sie gratulierten Gerd Neumes: Andreas Dähn (links), Regionalleiter der Sparkasse Lichtenberg und der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU) (rechts) gehören zu den Förderern und Unterstützern des Schul- und Leistungssportzentrums.
  • Sie gratulierten Gerd Neumes: Andreas Dähn (links), Regionalleiter der Sparkasse Lichtenberg und der Bundestagsabgeordnete Martin Pätzold (CDU) (rechts) gehören zu den Förderern und Unterstützern des Schul- und Leistungssportzentrums.
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Alt-Hohenschönhausen. Jeder kennt den Olympiasieger Robert Harting und die Eisschnelllauf-Weltmeisterin Jenny Wolf. Im Schatten ihrer Erfolge steht der Medaillen-Macher Gerd Neumes. Er leitete 25 Jahre lang die Sport-Eliteschule, die Spitzensportlern den Aufstieg erst möglich macht.

Eigentlich kann es Gerd Neumes noch immer nicht fassen. "Dass diese Schule überleben würde, hätte eigentlich niemand geglaubt. Es war ein großes Glück", sagt er. Es gab "große Animositäten" von allen politischen Lagern. "Diese Schule war zu DDR-Zeiten berühmt, sie war auch systemnah. Auch deshalb stand sie nach der Wende zur Diskussion."

Dass die Einrichtung vom Deutschen Olympischen Sportbund ein Jahrzehnt später gleich zweifach als "Eliteschule des Sports" ausgezeichnet werden sollte, das ist auch der Verdienst von Gerd Neumes. Bis heute ist sie eine der erfolgreichsten der bundesweiten 43 Elitesportschulen, die Nachwuchsathleten beides ermöglichen: Spitzenleistungen im Sport und der Erwerb eines Schulabschlusses, auch Abitur. 25 Jahre lang leitete Gerd Neumes die einstige Werner-Seelenbinder-Schule, die 2006 mit dem Coubertin-Gymnasium fusionierte und heute als Schul- und Leistungssportzentrum fungiert. Obwohl nach der Wende die Zukunft der Bildungseinrichtung noch auf der Kippe stand, konnte sie mit einem neuen pädagogischen Konzept und einer neu gestalteten sportlichen Förderung sogar weiter entwickelt werden. Das Land Berlin investierte zudem in den Standort: 2014 wurden neue Schulgebäude in der Fritz-Lesch-Straße 35 errichtet. Insgesamt 28 Millionen Euro flossen in mehr als 50 Unterrichtsräume und eine 3-Feld-Sporthalle, die auch für internationale Wettkämpfe gerüstet ist. Daneben gibt es auch ein Internat, in dem die Schüler wohnen können.

Rund 1200 Jungen und Mädchen besuchen diese außergewöhnliche Schule, deren Klassen kleiner sind, als auf einer gewöhnlichen Schule. Auch die Stundenpläne unterscheiden sich von denen anderer Bildungseinrichtungen. "Die Schüler leben ein Lebensmodell, das ihnen viel abverlangt", weiß Neumes. Denn der Unterricht und die Trainingsanforderungen der jungen Spitzensportler sind aufeinander abgestimmt. "Viele dieser Schüler müssen bereit sein, ihre Zeit zu investieren. Wir helfen ihnen, beide Lebensbereiche – also den Sport und das Lernen – zu organisieren." Neumes schätzt den Zusammenhalt unter den Schülern, zwischen den Eltern und im Kollegium, der an dieser Schule herrscht. Trotzdem achtet er auch immer auf die Schüler, denen der sportliche Spitzenerfolg verwehrt blieb. "Nicht wenige Begabte geraten dann in eine Krise", weiß der Pädagoge. Dann gilt es, den Schüler zu begleiten. Rund 200 Lehrer, Erzieher und Mitarbeiter stehen den jungen Menschen zur Seite.

"Ich kenne eigentlich keinen Schüler, der diese Schule gerne verlässt", sagt Gerd Neumes, der noch zu vielen ehemaligen Schülern Kontakt hat. Dieser Ort, sagt Neumes, sei sein Lebenswerk. Trotzdem freue er sich auf die Zeit der Pensionierung. Und auf das Sportprogramm im Fernsehen: Denn vom 5. bis zum 21. August sind wieder einmal viele seiner Schüler bei den Olympischen Spielen mit dabei. KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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