„Eine wertvolle Stimme der Wissenschaft“
Ehemaliger Direktor der Archenhold-Sternwarte ist verstorben

Dieter B. Herrmann, hier ein Foto aus dem Jahr 2017, begeisterte viele Menschen für die Wissenschaft. Von 1976 bis 2004 prägte er als Direktor die Archenhold-Sternwarte entscheidend mit.
  • Dieter B. Herrmann, hier ein Foto aus dem Jahr 2017, begeisterte viele Menschen für die Wissenschaft. Von 1976 bis 2004 prägte er als Direktor die Archenhold-Sternwarte entscheidend mit.
  • Foto: Volkmar Otto
  • hochgeladen von Philipp Hartmann

28 Jahre lang hat er die Archenhold-Sternwarte im Treptower Park geführt. 1987 eröffnete er außerdem als Gründungsdirektor das Zeiss-Großplanetarium in Prenzlauer Berg. Nun ist Prof. Dr. Dieter B. Herrmann im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben.

Wie die Stiftung Planetarium Berlin am 25. November mitteilte, habe Herrmann die Archenhold-Sternwarte 1976 als Direktor übernommen und bis 2004 entscheidend geprägt. „Das Ziel des Astrophysikers, Pädagogen und Moderators war es stets, breitesten interessierten Kreisen der Bevölkerung das moderne Weltbild der Wissenschaft begeisternd zu vermitteln“, schrieb sie. Hermann habe Planetariumsveranstaltungen als Gesamtkunstwerk konzipiert, als astronomische Programme mit musikalischer Untermalung und künstlerischem Anspruch, die gleichzeitig bildeten und unterhielten. Auf diese Weise habe weltweit den Begriff des „Sterntheaters“ geprägt. Zudem habe er als Moderator von Wissenschaftssendungen und Autor von mehr als 2000 Publikationen die Astronomie populär gemacht.

„Dieter B. Herrmann war eine wertvolle Stimme der Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation im gesamten deutschsprachigen Raum. Er konnte sein breit gefächertes Wissen – auch jenseits der Astronomie – auf faszinierende Weise vermitteln und damit Generationen von Interessierten begeistern. Er wird uns sehr fehlen und unsere Gedanken sind bei seiner Frau Sabine“, sagte Tim Florian Horn, Vorstand der 2016 errichteten Stiftung Planetarium Berlin. Sie vereint mit der Archenhold-Sternwarte, dem Zeiss-Großplanetarium, dem Planetarium am Insulaner sowie der Wilhelm-Foerster-Sternwarte die astronomischen Einrichtungen Berlins.

Herrmann studierte von 1957 bis 1963 Physik an der Humboldt-Universität zu Berlin und erlangte dort 1969 seinen Doktortitel der Naturwissenschaften. Parallel zu seinen Studien widmete er sich der Schauspielkunst und wäre fast Mitglied des Berliner Ensembles geworden. Als Direktor der Archenhold-Sternwarte moderierte er von 1977 bis 1990 die DDR-Wissenschaftssendung „AHA“, die ihn einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte. Als Wissenschaftler machte er sich einen Namen als Autor von 45 Büchern, 150 wissenschaftlichen und 2000 populärwissenschaftlichen Publikationen. Wie kaum einem anderen sei es ihm gelungen, Wissenschaft, Kunst und Pädagogik wirkungsvoll zu vereinen und damit generationenübergreifend Millionen von Menschen zu erreichen. Infolge der Wende habe er mit großem Einsatz die drohende Abwicklung der beiden Häuser im damaligen Ost-Berlin, Archenhold-Sternwarte und Zeiss-Großplanetarium, abwenden können. „Mit der Weiterentwicklung des Zeiss-Großplanetariums zum Wissenschaftstheater wird das Vermächtnis von Herrmann bis weit über seinen Tod hinaus wirken“, so die Stiftung Planetarium Berlin.

2019 wurde Herrmann noch mit dem renommierten Bruno-H.-Bürgel-Preis der Astronomischen Gesellschaft für hervorragende populäre Darstellungen auf dem Gebiet der Astronomie in den Medien ausgezeichnet. Seit 1994 war er Mitglied des Beirats der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses und wurde 2020 Vorstandsmitglied. Seit 2008 war er in dritter Ehe mit der Künstlerin Sabine Heinz verheiratet.

„Ich bin dankbar, Herrn Herrmann und seine Liebe zu den Sternen kennengelernt zu haben. Schon als Kind war ich in seiner Sternwarte zu Besuch und entschwand in deren gemütlichen Sesseln in die weite Ferne – beeindruckend. Die Dimensionen, die man als Besucher dort wahrnimmt, erden ungemein. Wir werden Dieter Herrmann ein ehrendes Andenken bewahren“, kondolierte Bürgermeister Oliver Igel.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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