Infrastruktur kann nicht mithalten
Anwohner im Hasso- und Nelkenweg sehen große Probleme bei Bauprojekt

Anwohner im Gespräch mit Jacob Zellmer von den Bündnisgrünen (Dritter von links).
  • Anwohner im Gespräch mit Jacob Zellmer von den Bündnisgrünen (Dritter von links).
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  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Durch das von Stadt und Land geplante Neubauprojekt im Hasso- und Nelkenweg sehen Anwohner in Zukunft große Probleme auf die Wohngegend zukommen. Sie befürchten eine starke Zunahme des Verkehrs und zu wenige Parkplätze. Wie die Berliner Woche Anfang September berichtete, sollen auf einer unbebauten Fläche rund 240 neue Wohnungen entstehen.

Das Bezirksamt selbst hatte dabei auf Anfrage erklärt, dass „aufgrund des immensen Wachstums in der Stadt und der ständig steigenden Mobilität und dem Flächenverbrauch, zum Beispiel für Parkplätze, der Kfz-Verkehr an seine Grenzen gerät“. Für den Ortsteil Altglienicke bedeuteten gleich mehrere Wohnungsbauvorhaben einen „nicht unerheblichen Zuzug an Bevölkerung“ in den kommenden Jahren.

Bei einem von Stadt und Land organisierten Gespräch am 5.Oktober konnten die Sorgen der Anwohner nicht ausgeräumt werden. „Der Vortrag der Referenten war allgemein gehalten. Fragen konnten nicht substantiell beantwortet werden – oder dies war nicht gewollt“, teilten Anwesende im Nachgang per Mail an unsere Redaktion mit.

Sorge um Verkehr und Umweltschutz

Das vorgestellte Parkplatzkonzept im neuen Wohngebiet werten sie als „unbefriedigend“. Der Parkplatztourismus in den Nachbarstraßen werde zu großen Problemen führen, schrieben sie. „Die Folge wird sein, dass noch mehr Bewohner ihre Vorgärten zu Steinwüsten verwandeln werden, um ihre Autos parken zu können.“

Den Anwohnern geht es jedoch nicht nur um die Verkehrssituation. Sie kritisieren auch, dass der Baumbestand auf der Fläche für die Bauarbeiten weichen muss. Am 13. Oktober luden sie unter anderem deshalb den Fraktionsvorsitzenden der Bündnisgrünen im Bezirk, Jacob Zellmer, ein. Dieser konnte aber keine großen Hoffnungen zum Erhalt des Vorwaldes machen. Baurecht gelte vor Baumschutz, erklärte das Bezirksamt kürzlich auf Nachfrage zu einem anderen Bauprojekt in Köpenick.

„Es wird in Altglienicke aus seiner Sicht keine schnelle Verstärkung des ÖPNV erfolgen können, keine schnelle Aufstockung von Kita- und Schulplätzen und Infrastruktur, zum Beispiel zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten oder Ärzte“, lautete das Fazit der Anwohner nach dem Gespräch.

Online Fragen stellen

„Wir Anwohner wollen das konstruktive Gespräch zu Bebauungsvarianten, nicht vorrangig den Klageweg. Wir sehen die Notwendigkeit von neuem Wohnraum“, betonten sie in ihrer Stellungnahme. Unterdessen hat das Unternehmen Stadt und Land damit begonnen, von Anwohnern gestellte Fragen zum Projekt zu beantworten. Auf der Internetseite zum Bauvorhaben unter https://bwurl.de/15rs wird auf zahlreiche Beschwerden und Sorgen eingegangen.

Wie dort ebenfalls zu lesen ist, wurde inzwischen auch der Zeitplan korrigiert. So plant Stadt und Land den Baubeginn am Hasso- und Nelkenweg nunmehr im Spätherbst statt Sommer 2021 sowie eine Fertigstellung im Frühjahr 2024 statt Ende 2023, wie noch vor einigen Wochen angegeben.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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