Für Marlin wäre Dorie genau richtig
Sechsjähriger Autist braucht Begleithund / Familie hofft auf Spenden

Marlin inmitten seiner Liebsten. Neben ihm seine älteren Geschwister Lydia (10) und Kilian (12)
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  • Foto: Lukas Rameil
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Marlin ist ein agiler, lebensfroher Junge. Seine Entwicklung verläuft jedoch anders als bei vielen anderen Kindern. Marlin ist gehörloser Autist.
Seine Familie hütet ihren Sonnenschein, aber jederzeit besteht Gefahr, dass Marlin ausbüxt und nicht zurückfindet. Deshalb will die Familie einen Assistenzhund anschaffen. Die kostspielige Ausbildung übersteigt jedoch ihre finanziellen Möglichkeiten

Noch nicht lange ist es her, da besuchte Familie Schulz einen Spielplatz an einem spätsommerlichen Tag. Als Krystina Schulz für einen kurzen Moment am Kinderwagen hantierte und sich wieder umdrehte, war Marlin verschwunden. Panisch aber bestimmt trommelte die Familie andere Eltern und Kinder zusammen. Die Suche gestaltete sich zunächst erfolglos. "Rufen sie mal nach einem gehörlosen Kind“, erzählt Krystina Schulz rückblickend und schmunzelt. Am Ende wird Marlin schließlich doch entdeckt, auf einem Spielgerät hatte er sich versteckt, ganz oben auf einem Turm. „Noch einmal großes Glück gehabt“, sagt Krystina Schulz und wird dabei wieder ganz ernst.

Marlin kam im August 2013 per Notkaiserschnitt auf die Welt. Zunächst musste sich die Familie mit seiner Gehörlosigkeit arrangieren, mit anderthalb Jahren bekam er ein Implantat eingesetzt, dass kleine Geräusch-Impulse an sein Gehirn senden sollte. Die Wirksamkeit hielt sich jedoch in Grenzen. „Irgendwie verlief seine Entwicklung nicht wie bei den anderen, viel verzögerter“, sagt Maxim Schulz, der mit seiner Frau bei Marlins älteren Geschwistern Lydia (10) und Kilian (12) eine „normale“ Entwicklung erlebt hatte. Im Alter von drei Jahren bestätigte sich der Verdacht, den die Eltern schon eine Weile hegten. Die Ärzte diagnostizierten bei Marlin frühkindlichen Autismus.

Am Familienleben änderte sich dadurch nichts. Der quirlige Marlin hielt und hält alle auf Trab, was nur bedingt schwer wiegen würde, hätte er nicht „gewisse Fluchttendenzen“. „In jeder Minute müssen wir aufpassen, dass er uns nicht entwischt oder sich verletzt“, sagt Maxim Schulz. Denn Marlin lebt in seiner eigenen kleinen Welt, folgt unvermittelt seinen Impulsen, unterschätzt den Straßenverkehr und die Gefahr, sich zu verlaufen. Und vor allem hat er keine Chance, sich mitzuteilen. „Eine Flucht auf die Straße und der Kleine läuft Gefahr, überfahren zu werden“, so Krystina Schulz.

Neben der ständigen Angst um Marlins Unversehrtheit gibt es noch einen ganz anderen, alltäglicheren Stress. Denn die Koordination von Fahrdiensten und die ständige Betreuung, wenn Marlin aus dem Kindergarten kommt, fordern ihren Tribut: Viel Kraft und Nerven, wenig Freizeit für die zwei anderen, ständig eingespannten Kinder und für Krystina Schulz bedeutete es sogar der Abschied von ihrer Arbeit als Sekretärin.

Um die Familie zu entlasten, soll ein Assistenzhund angeschafft werden. Krystina Schulz kam vor zwei Jahren durch positive Erfahrungsberichte anderer betroffener Eltern auf diese Idee. Bald war mit dem WZ-Hundezentrum in der Nähe von Güstrow eine Einrichtung gefunden, die darauf spezialisiert ist, Hunde im Umgang mit Autisten zu schulen. Mit Hündin Dorie, einem liebevollen weißen Labrador, hat Marlin auch schon eine passende Begleitung gefunden.

Die Ausbildung und Anschaffung von Dorie kostet allerdings 26 000 Euro. Zu viel für die Familie, die finanzielle Einbußen durch den Wegfall eines Gehaltes verkraften muss. Sie hofft nun, dass durch Spendengelder ein Teil der Summe gedeckt werden kann.

Wenn Sie helfen möchten, wenden Sie sich bitte an die Familie per E-Mail an maxim.SCHULZ.85@gmx.de

Autor:

Lukas Rameil aus Alt-Treptow

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