Mehr Verkehrsunfälle bis zum Lockdown
Abgeordneter fordert Ausbau von Radwegen und öffentlichem Nahverkehr

Sie war Unfallschwerpunkt Nummer eins im ersten Halbjahr: die Kreuzung Landsberger Allee/Weißenseer Weg. 25 Unfälle ereigneten sich hier.
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  • Sie war Unfallschwerpunkt Nummer eins im ersten Halbjahr: die Kreuzung Landsberger Allee/Weißenseer Weg. 25 Unfälle ereigneten sich hier.
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Im Vergleich zu 2017 hat die Zahl der Straßenverkehrsunfälle 2019 im Bezirk weiter zugenommen.Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage von Abgeordnetenhausmitglied Sebastian Schlüsselburg (Die Linke) hervor.

Demnach gab es mit 8135 Verkehrsunfällen 4,48 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Das führte auch zu einer Steigerung der Personenschäden. Das waren mit 764 sogar etwa 13 Prozent mehr als 2017.

Mit Blick auf das erste Halbjahr 2020 ist die Anzahl der Unfälle allerdings etwas rückläufig. Das liegt vermutlich vor allem daran, dass in der Zeit des Lockdown weniger Individualverkehr unterwegs war. Betrachtet man die Verursacher, stehen Pkw-Fahrer auch im ersten Halbjahr mit 2358 Unfällen vor Lkw-Fahrern (417) und Radfahrern (109) mit Abstand – wie in den Jahren zuvor – an der Spitze.

Der Ort, an dem die meisten Unfälle im Bezirk stattfanden, war 2019 wie schon 2017 die Kreuzung Frankfurter Allee/Gürtelstraße/ Möllendorffstraße. Hier registrierte die Polizei 80 Unfälle. Auch im ersten Halbjahr 2020 lag diese Kreuzung mit 22 Unfällen ganz weit vorn. Die Spitzenposition nimmt allerdings die Kreuzung Landsberger Allee/Weißenseer Weg mit 25 Unfällen ein. Sie gehörte auch in den Jahren davor zu den Unfallschwerpunkten im Bezirk.

„Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch das Industriegebiet entlang der Herzbergstraße und Vulkanstraße“, berichtet Sebastian Schlüsselburg. Der Trend der vergangenen Jahre setze sich fort. Eine mögliche Begründung liege in der Verkehrsdichte, mittlerweile auch außerhalb der klassischen Berufsverkehrszeiten.

Wie die gefährliche Kreuzung entschärfen?

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie das Bezirksamt Lichtenberg teilten dem Abgeordneten weiterhin mit, dass Unfallkommissionen getagt haben und einzelne Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit im Bezirk verabredet wurden. Diese betreffen die Hirschberger Straße und die Gehrenseestraße, die sich als Unfallschwerpunkt mit schweren Personenschäden herauskristallisierten. Bisher gebe es aber offenbar noch keine Vorstellungen zur Entschärfung der Kreuzung Frankfurter Allee/Gürtelstraße/Möllendorffstraße, resümiert Schlüsselburg nach der Antwort auf seine Anfrage.

„Die Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit in Lichtenberg und im Besonderen an den einschlägigen Unfallschwerpunkten reichen noch nicht aus, um die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen“, erklärt er. Dazu zähle zum Schutz von Fußgängern und Radfahrern beispielsweise eine lückenlose Radwegeverbindung auf der Frankfurter Allee. Im Bezirk sei man dazu bereits im Gespräch.

Parallel zu geplanten Maßnahmen könne die Verkehrssicherheit langfristig nur durch eine Reduktion des motorisierten Individualverkehrs erhöht werden, so Schlüsselburg. „Dazu müssen die Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs ausgebaut und die Kapazitäten zur Fahrgastbeförderung insbesondere in den Berufsverkehrszeiten deutlich erweitert werden. Ein besonderer Schwerpunkt muss dabei auf dem Bereich um den S-Bahnhof Landsberger Allee liegen, einem der größten Wachstumskorridore in Berlin.“

Langfristig sollte als Ergänzung zum Angebot von Bus, Straßenbahn und S-Bahn die U-Bahn-Linie 11 unter der Landsberger Allee in Richtung Marzahn-Hellersdorf gebaut werden, meint der Abgeordnete. „In einer Metropole, die täglich wächst, ist das keine Utopie, sondern ein ernsthafter Vorschlag zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV.“

Sie war Unfallschwerpunkt Nummer eins im ersten Halbjahr: die Kreuzung Landsberger Allee/Weißenseer Weg. 25 Unfälle ereigneten sich hier.
Die Kreuzung Landsberger Allee / Weißenseer Weg ist Unfallschwerpunt Nummer eins in den ersten sechs Monaten dieses Jahres.
Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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