Bedarf an Zuwendung nimmt stetig zu
Neuer Kurs für ehrenamtliche Mitarbeiter im Hospizdienst geplant

Frank Wappler, Denise Nußbaum und Andrè Krell (von links) koordinieren die Arbeit des Stephanus-Hospizdienstes im Bezirk Pankow.
  • Frank Wappler, Denise Nußbaum und Andrè Krell (von links) koordinieren die Arbeit des Stephanus-Hospizdienstes im Bezirk Pankow.
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Auch in der Corona-Pandemie steht er Menschen in der letzten Phase ihres Lebens zur Seite und schenkt deren Angehörigen Zeit und Aufmerksamkeit: der Stephanus-Hospizdienst.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen seit mehr als zwanzig Jahren engagierte Ehrenamtliche. Sie werden in entsprechenden Kursen auf ihr Ehrenamt vorbereitet. Ein nächster Kurs wird am 13. März starten. In ihm sind alle ab 18 Jahre willkommen, die sich ein freiwilliges Engagement in diesem herausfordernden Ehrenamt zutrauen. Weil mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Kursbeginn ein Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen geführt wird, bittet das Team des Hospizdienstes bereits jetzt um Kontaktaufnahme. Ansprechpartner ist der leitende Koordinator des Hospizdienstes, André Krell. Er ist unter der Telefonnummer 96 24 95 33 sowie andre.krell@stephanus.org zu erreichen.

Auch wenn Covid-19-Erkrankungen und deren Folgen derzeit im Fokus der Öffentlichkeit stehen, gibt es nach wie vor auch andere folgenschwere Erkrankungen. Die betreffenden Patienten befinden sich zum Beispiel auf Palliativstationen von Kliniken oder werden von Angehörigen daheim gepflegt. „Um diese Menschen und deren Angehörigen kümmern wir uns auch weiterhin seit Beginn der Pandemie“, berichtet André Krell. „Natürlich sorgen wir dafür, dass unsere Ehrenamtlichen mit der entsprechenden Schutzausrüstung ausgestattet sind.“

Covid-19-Patienten gehören allerdings nicht zur Klientel, um die sich der Hospizdienst kümmert, bekräftig Diakon Krell. Diese befinden sich in den Kliniken in speziellen Bereichen. Und um diese sorgen sich professionelle Mediziner und ausgebildetes Pflegepersonal. Doch auch für alle anderen Patienten, die sich mit anderen schweren Erkrankungen in Krankenhäusern in der letzten Phase ihres Lebens befinden, ist die Situation dramatisch. Sie dürfen in der aktuellen Pandemie nicht, wie es unter normalen Umständen möglich wäre, Besuch von ihren Angehörigen erhalten. So ist es für viele todkranke Patienten ein Segen, dass sie zumindest in den Kliniken im Ortsteil Buch von Mitarbeitern und Ehrenamtlichen des Stephanus-Hospizdienstes besucht werden können, berichtet Frank Wappler, der als Hospizdienst-Koordinator im Norden des Bezirks Pankow unterwegs ist. „Das liegt vor allem daran, dass wir in diesen Kliniken bereits bekannt sind und dass unsere Arbeit dort sehr geschätzt wird.“

„Man kann gar nicht so viel geben,
wie man zurückbekommt“

Frank Wappler berichtet, dass die soziale Isolation, die Patienten in den vergangenen Monaten erlebten, für viele äußerst belastend ist. „Der Bedarf an Zuwendung ist wirklich enorm. Wir werden auch immer wieder von den Krankenhäusern selbst zu den Patienten gerufen“, sagt Wappler. Wegen des stetig wachsenden Bedarfs verstärkt der Stephanus-Hospizdienst den Pankower Norden noch in diesem Jahr mit einer weiteren fest angestellten Mitarbeiterin. Aber es werden vor allem auch noch weitere Ehrenamtliche gesucht.

Deshalb startet der Hospizdienst auch im März seinen neuen Kurs für ehrenamtlichen Lebens- und Sterbebegleiter. Willkommen sind dazu Menschen ab 18 Jahre bis ins hohe Alter und aus allen Berufsgruppen. „Im vergangenen Kurs hatten wir tatsächlich eine Mischung im Alter von 18 bis 75 Jahre, und wir waren positiv überrascht, wie gut sich alle in diesem Kurs ergänzten“, berichtet Denise Nußbaum, die Leiterin des Stephanus-Hospizladens an der Rodenbergstraße 6.

Hervorgegangen ist der Stephanus-Hospizdienst aus einer Initiative von Mitarbeitern des Diakoniewerks Niederschönhausen. „Schon damals gab es viel zu wenige ausgebildete Helferinnen und Helfer, um sterbende Menschen zu begleiten“, erinnert sich André Krell, seinerzeit Leiter des Diakoniewerks Niederschönhausen. Viele Mitarbeiter in der Pflegeeinrichtung litten an Überforderung und waren frustriert, weil sie den Sterbenden nicht genügend Zeit schenken konnten. Mit Gründung des Hospizdienstes verbesserte sich die Situation. Bisher begleiten 125 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer des Hospizdienstes sterbende Menschen und deren Angehörige. Und kürzlich zog einer der Ehrenamtlichen für seine Tätigkeit das Fazit: „Man kann gar nicht so viel geben, wie man zurückbekommt.“

Seine Geschäftsstelle hat der Hospizdienst zwar in der Pistoriusstraße 5 in Weißensee. Aber weil vor allem im Ortsteil Buch ein enormer Bedarf besteht, sucht der dortige Koordinator Frank Wappler dringend Räumlichkeiten, um auch in diesem Ortsteil ein Büro eröffnen zu können. Wer geeignete Räume anbieten kann oder von welchen weiß, meldet sich bei ihm unter der Telefonnummer 0151 40 66 47 80 oder über frank.wappler@stephanus.org.

Mehr über den Stephanus-Hospizdienst ist auf www.stephanus-hospizdienst.de zu erfahren.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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