Erstmals Andreas-Höhne-Preis vergeben
Vielfältige Integration durch Unternehmen

Der 2015 verstorbene Sozialstadtrat Andreas Höhne wurde bei Kunst- und Begegnungsfesten mit Geflüchteten auch vom Schauspieler Benno Fürmann unterstützt.
  • Der 2015 verstorbene Sozialstadtrat Andreas Höhne wurde bei Kunst- und Begegnungsfesten mit Geflüchteten auch vom Schauspieler Benno Fürmann unterstützt.
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Zum fünften Mal wurde Ende 2018 der erstmalig nach dem verstorbenen Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD) benannte Reinickendorfer Integrationspreis verliehen.

Unter dem Motto der Auslobung „Integration und Wirtschaft“ hatten sich zehn Reinickendorfer Unternehmen, Vereine und Projekte beworben, die erfolgreich Ideen für die Integration durch Wirtschaft entwickelt und umgesetzt haben. Der undotierte Preis wurde in drei Stufen verliehen.

Der erste Preis ging an den Zusammenschluss der Unternehmen Schmitt + Sohn Aufzüge GmbH, Berliner Seilfabrik GmbH & Co, Theodor Bergmann Sanitäranlagen GmbH & Co, C. Witzmann Malerei und die bito AG für Maler- und Bodenlegerbedarf. Die fünf Preisträger, die sich unter dem Titel „Wir 5“ beworben haben, unterstützen seit 2016 in Reinickendorf unterschiedliche integrative Projekte sowohl materiell und finanziell als auch organisatorisch und personell.

Grundschulen im Bezirk renoviert

So beteiligten sich die Unternehmen maßgeblich am Projekt „Himmel und Erde“. Im ersten Teil dieses Projekts bauten Geflüchtete mit Unterstützung der Firmen einen Spielplatz im Märkischen Viertel, der seitdem von allen Kindern der Umgebung genutzt werden kann. Im zweiten Teil des Projekts sind vier Grundschulen in Reinickendorf renoviert worden, die zum Teil zuvor zur Unterbringung von geflüchteten und asylsuchenden Menschen genutzt worden waren.

Die Unternehmen beteiligten sich zudem am Projekt „Work in Progress“, das Geflüchtete in Ausbildung und Arbeit vermittelt. In diesem Kontext boten sie geflüchteten Menschen Schnuppertage und Praktika in ihren Unternehmen an, die zum Teil in Festanstellungen mündeten. Im gerade beendeten Jahr begleiteten und unterstützten die Firmen das Projekt „BerlinErfahren“. In diesem fanden Fahrradreparaturworkshops an Schulen und daran anschließend eine bezirkliche und eine überbezirkliche Radtour für ein tolerantes und weltoffenes Berlin statt. Die Jury begründete ihre Entscheidung, den Zusammenschluss „Wir 5“ mit dem ersten Preis auszuzeichnen, mit dem vielfältigen und herausragenden Engagement der fünf Unternehmen für die Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte in Reinickendorf.

Zeitspenden für Geflüchtete

Die zweite Preisträgerin ist die Gesobau AG, die sich mit vielfältigen Projekten und Konzepten im Bereich Integration engagiert. Die Jury hob hervor, dass die große kommunale Wohnungsbaugesellschaft wichtige Akzente im Integrationsbereich setzt, die weit über das Unternehmen hinaus nach außen wirken. So ermöglicht die Gesobau, dass Auszubildende Zeitspenden für Geflüchtete in einer Gemeinschaftsunterkunft leisten und neuzugewanderte Menschen als Mitarbeitende oder Auszubildende eingestellt werden. Darüber hinaus führt das Unternehmen seit 2016 die Veranstaltungsreihe „Herkommen. Ankommen. Willkommen. Unsere neuen Nachbarn“ durch, die sich mit unterschiedlichen Themen der Zuwanderung im Märkischen Viertel befasst.

Wanderausstellung
zum Thema Flucht

Den dritten Platz konnte die Wanderausstellung Heimat-Los der Burchardt Immobilien GmbH, die Porträts und Erzählungen von Geflüchteten um 1945 und heute zeigt, erreichen. Die Jury würdigte dabei insbesondere, dass die Ausstellung und die flankierenden Veranstaltungen herausstellen, dass das Schicksal von Flucht und Schutzsuche Menschen verschiedener Herkunft und Zeiten teilen.

Die Preisverleihung wurde von Julia Stadtfeld (kommissarische Integrationsbeauftragte), Sozial- und Wirtschaftsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) und Karin Hiller-Ewers (SPD, Vorsitzende des Integrationsausschusses der Bezirksverordnetenversammlung) eröffnet. Alle drei würdigten zum einen das herausragende Engagement und die Verdienste des verstorbenen Stadtrats Andreas Höhne um die Teilhabe und Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte, zum anderen betonten sie die wichtige Rolle der Akteure der Wirtschaft, die einen bedeutenden Beitrag für gelungene Integration von (neu) zugewanderten Menschen leisten.

Der damalige Sozialstadtrat Andreas Höhne war am 30. Oktober 2015 einer schweren Krebserkrankung im Alter von nur 57 Jahren erlegen. Bis zuletzt setzte er sich nicht nur für die Bedürfnisse benachteiligter Menschen ein, sondern auch für die Begegnung von Geflüchteten und Einheimischen.

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