Konzept listet Standorte für Neubauten auf
Bezirk braucht Schulen

Die Heinrich-Böll-Schule ist seit über 25 Jahren in Behelfsbauten untergebracht. Jetzt bekommt sie endlich ihren Neubau.
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Spandau wird bis 2024 mindestens 1600 Schulplätze mehr brauchen. Wo aufgestockt oder neu gebaut werden soll, stellt ein Konzept aus dem Schulamt vor.

Neue Schulen werden vor allem dort gebraucht, wo ganze Stadtviertel neu entstehen: auf der Insel Gartenfeld, in der Wasserstadt Oberhavel, in Siemensstadt, aber auch in Staaken, Wilhelmstadt und Spandaus Mitte. Welche Flächen für den Schulneubau in Frage kommen, welche Schulen erweitert, und wo Modulare Ergänzungsbauten (MEB) auf die Gelände vorhandener Schulen gesetzt werden sollen, listet ein aktuelles Konzept aus dem Schulamt auf. Im Schulausschuss wurde es bereits zwei Mal besprochen, auch die Schulleiter kennen es.

Hohen Platzbedarf haben demnach vor allem die Oberschulen. „Hier haben wir an Kapazitäten in den letzten Jahren ausgeschöpft, was möglich ist“, sagte Schulstadtrat und Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD) im Schulausschusses am 16. Januar. Sowohl bei den Integrierten Sekundarschulen (ISS) als auch bei den Gymnasien steige der Bedarf aber weiter stark an. So werden im Sekundarschulbereich bis 2024 ganze 15 Züge fehlen, was zweieinhalb neuen Schulen entspricht, wenn sie wie die meisten Sekundarschulen sechszügig sind. Bei den Gymnasien werden bis dato sechs Züge fehlen. Laut Konzept sollen die Integrierten Sekundarschulen um 20 Schulzüge aufgestockt werden. „Damit gleichen wir das Defizit aus und haben dazu noch einen Puffer von fünf Zügen“, erläuterte Kleebank auf Nachfrage von Thorsten Schatz von der CDU-Fraktion.

Bau sollte vor 15 Jahren stehen

Im Oberschulbereich ist im Einzelnen das geplant: In diesem Jahr beginnt der Ersatzbau für die Heinrich-Böll-Oberschule mit einer sechszügigen Mittelstufe und  einer fünfzügigen gymnasialen Oberstufe. Der sollte eigentlich schon vor 15 Jahren kommen, zuletzt dann ab 2016. Doch der Senat vermisste für die Finanzierung damals das nötige Bedarfsprogramm aus dem Bezirksamt. Trotz Neubau soll das alte „Schuldorf“ Am Forstacker aber nicht sofort abgerissen werden, sondern Schulen mit großen Sanierungsmaßnahmen wie der Carlo-Schmid-Oberschule als temporäres Ausweichquartier dienen.

Auch für die Wolfgang-Borchert-Schule fällt 2019 der Startschuss für Umbau und Erweiterung. Derweil wird noch geprüft, ob die B.-Traven-Gemeinschaftsschule um 1,5 Züge in der Sekundarstufe 1 erweitert werden kann und einen MEB plus Mensa erhält. Der Aufbau einer zweizügigen Grundstufe ist bis spätestens 2024/25 geplant. Nach 2022 soll die Schule an der Jungfernheide erweitert werden und für die neue zweizügige Grundstufe einen Neubau auf der Nachbarfläche (jetzt Tempohome) bekommen – zumindest dann, wenn der Bedarf an Grundschulplätzen mit dem „Innovationscampus“ in der Siemensstadt stärker steigt als erwartet. „Sonst eröffnen wir die Grundstufe im jetzigen Schulhaus“, so Kleebank. Denn langfristig soll die ISS zur Gemeinschaftsschule werden.

Die Schule am Staakener Kleeblatt wird bis 2026/27 baulich erweitert und um zwei Züge aufgestockt. Danach soll sie eine eigene gymnasiale Oberstufe bekommen. Ab dem Schuljahr 2019/20 startet die Kleeblatt-Schule damit aber schon mal im Verbund mit der Wolfgang-Borchert-Oberschule und der B.Traven-Gemeinschaftsschule. Gymnasiale Oberstufen im Verbund soll es künftig an vier weiteren Oberschulen geben, darunter an der Schule an der Haveldüne und der Schule an der Jungfernheide.

Howoge baut im Auftrag des Senats

Darüber hinaus wird derzeit geprüft, wie das Lily-Braun-Gymnasium und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (Gelände Reiterstaffel) baulich erweitert werden können. Das will der Bezirk auf jeden Fall, nur sind hierfür die Planungen noch nicht abgeschlossen. „Für einige große Bauprojekte gibt es noch keinen genauen Zeitplan“, sagte Bürgermeister Kleebank. Teilweise seien diese zwar über die Investitionsplanung des Bezirks angemeldet, vom Senat aber noch nicht bestätigt. Oder die Standorte müssten erst noch mit dem Senat und der Howoge abgestimmt werden. Die landeseigene Howoge baut im Auftrag des Senats berlinweit Schulen im Rahmen der „Schulneubauoffensive“.

Standorte für Schulneubauten, die noch voruntersucht werden, sind beispielsweise das ehemalige Munitionslager der Wilhelm-Kaserne in Wilhelmstadt. Dort plant das Bezirksamt eine neue Gemeinschaftsschule. Der Standort für das neue vierzügige Gymnasium an der Rhenaniastraße im neuen Stadtquartier „Waterkant“ in Haselhorst wird ebenfalls noch ausgemessen. Dagegen kommt die Gemeinschaftsschule auf der Insel Gartenfeld sicher. „Das ist im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor vereinbart“, informierte Helmut Kleebank. Die Schule baut die Howoge mit finanzieller Beteiligung des Investors.

500 Millionen Euro
in Spandaus Schulen investiert

Neuigkeiten gibt es auch für die Grundschulen. Neubauten sind am Fehrbelliner Tor/Klinkeplatz (bis 2023/24) und an der Goltz-/Mertensstraße (bis 2021/22) geplant. Der Bau der dreizügigen inklusiven Schwerpunktschule an der Mertensstraße beginnt in diesem Jahr. Laut Bürgermeister wird so geplant, dass die Grundschule problemlos auf vier Züge erweitert werden kann. Eine weitere dreizügige Grundschule soll am Wiesen-/Weidenweg in Staaken realisiert werden. Das Planungsrecht liegt inzwischen vor. Langfristig soll auch dieser Schulstandort zur Gemeinschaftsschule werden und zwar mit der Schule am Staakener Kleeblatt. Das rügt die CDU-Fraktion, die am Wiesenweg lieber ein Gymnasium für die vielen jungen Familien in Staaken haben will. Das lehnten die Bezirksverordneten jedoch mehrheitlich ab. Allerdings war schon 2015 klar, dass am Wiesen-/Weidenweg eine Grundschule hin soll und zwar bis 2018. So hatte es damals jedenfalls Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) angekündigt. MEBs mit neuen Klassenzimmern sollen die Ernst-Ludwig-Heim-Grundschule, die Birken-Grundschule, die Grundschule am Wasserwerk und die Grundschule an der Pulvermühle bekommen. Insgesamt werden in den nächsten Jahren mehr als 500 Millionen Euro in Spandaus Schulen fließen.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Spandau

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