Stephan Machulik will einen Artikel gelesen haben, der angeblich die Unwahrheit verbreitet
Stadtrat schwingt die Fake-News-Keule

In dem Artikel „Ratlos zum Nulltarif – Erweiterte Mieterberatung wieder ausgedünnt“ informierte das Spandauer Volksblatt darüber, dass der Bezirk sein kostenloses Angebot der offenen Mieterberatung zum neuen Jahr zurückgefahren hat.

Der Artikel erklärte warum und kritisierte, dass das Bezirksamt die Spandauer davon nicht in Kenntnis setzt. Der zuständige SPD-Stadtrat Stephan Machulik bezeichnete den Artikel im Spandauer Volksblatt daraufhin auf Facebook und Twitter als „Fake News“ und „Fake“ (Lüge).

Nach Auffassung des Stadtrats, hat sich das Beratungsangebot im Jahr 2019 deutlich erhöht. Das ist im Vergleich mit früheren Jahren auch richtig, nur vergleicht der Artikel die Jahre 2018 und 2019. Und hier hat das Bezirksamt das Angebot zum Jahresbeginn nachweislich ausgedünnt. Beispiele: Sowohl in der Neustadt als auch in der Wilhelmstadt haben sich die Beratungszeiten um sechs Stunden pro Woche reduziert, in Staaken sogar von sieben auf jetzt zwei Stunden wöchentlich. Und im „KieztreFF“ im Falkenhagener Feld wurde der Freitag ganz gestrichen.

Der Grund: Die Senatsmittel für die offene kostenlose Mieterberatung an zehn Standorten müssen 2019 über zwölf Monate verteilt werden. Im Jahr 2018 konnte die gleiche Summe über knapp vier Monate ab dem Spätsommer für Beratungen genutzt werden. Der AMV, einer der drei vom Bezirksamt beauftragten Mietervereine, fährt das Beratungsangebot deshalb zum neuen Jahr wieder zurück.

Diese aus finanzieller Sicht logische Konsequenz verschweigt der Stadtrat. In seiner Pressemitteilung vom 2. Januar, auf die sich der Artikel bezieht und die auf der Bezirksamtsseite nachzulesen ist, lässt er die notwendige Information weg und teilt den Spandauern eben nicht mit, wie und warum sich das Beratungsangebot zum neuen Jahr verändert. Stattdessen spricht er von einer „Anpassung“ zum Jahreswechsel, was den tatsächlichen Sachverhalt, dass die Beratungsangebote weniger geworden sind, verfälscht. Genau das aber stellte der Artikel richtig.

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