Spandauer Sportlerehrung ehrte nicht alle Sportler
Wenn der Platz nicht reicht

Gruppenbild mit den international erfolgreichen Sportlerinnen und Sportlern.
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Der Saal in der alten Kaserne auf der Zitadelle ist ziemlich groß. Allerdings zu klein für diese Veranstaltung. Die Liste der Ausgezeichneten sprengte den Rahmen.

Sie umfasste rund 250 Sportlerinnen und Sportler aus Spandau, die sich für die Teilnahme an der Sportlerehrung am 30. Januar „qualifiziert“ hatten. Eine Voraussetzung: Mindestens eine Berliner Meisterschaft im vergangenen Jahr.

Viele Erfolge gingen weit darüber hinaus. Es gab zahlreiche Deutsche- und 22 internationale Titelträger, zudem Podestplatzierungen bei Welt- oder Europameisterschaften. Bekannte Vertreter waren ebenso dabei, wie einige neue Namen.

Spandauer Sportdomänen sind traditionell die Wassersportarten. Etwa das Rudern. Dafür standen Sofie-Charlotte Vardakas, Vizeweltmeisterin und Europameisterin, Elisabeth Mainz, WM-Zweite und Deutsche Meisterin bei der U23 (beide Ruder-Union Arkona), aber auch Katharina Berger-Landefeldt, Senioren-Mannschaftsweltmeisterin im Drachenboot-Team.

KSV Havelbrüder stark verteten

Gleiches gilt für Kanupolo. Hannah Kunz wurde mit der deutschen U21-Nationalmannschaft Europameisterin. Ebenso wie René und Nils Kirchhof, Arne Beckmann und Timo Füssel, bei den U21-Herren. Sie stellten dort die Hälfte des deutschen Teams. Alle kommen vom KSV Havelbrüder. Der Verein wird deshalb noch mit einem Stein auf dem Walk of Fame des Sports im Südpark gewürdigt. Gekrönt wurden die Kanupolo-Erfolge durch Robert Pest (Ruder- und Kanu Verein 1928). Er holte den EM-Titel mit der A-Nationalmannschaft.

Beim Schlaubootrennen fuhr Jonas Polten (Motor-Yacht-Club Preußen) fast allen Konkurrenten davon. Seine Leistungsnachweise unter anderem: Europameister und Vizeweltmeister. Das Besondere: Jonas ist erst neun.

Fünf Jahre jünger als Luca Sommerfeldt (Berliner Wassersportvereinigung), ebenfalls Schlauchbootpilot. Der ist schon viele Jahre regelmäßiger Gast bei der Sportlerehrung. Dieses Mal speziell wegen seines dritten WM-Platzes.

Senioren überzeugen im Badminton und im Diskuswurf

Die älteste international erfolgreiche Athletin im abgelaufenen Sportjahr war Christel Klaar (77). Sie wurde Dritte bei der Ü75-Badminton-WM. An Lebensjahren noch getoppt von Manfred Garbisch (SC Siemensstadt), 85 und Berliner Seniorenmeister im Diskuswurf.

Gerade in der Leichtathletik sind jung gebliebene Aktive regelmäßig ganz vorne zu finden. Ob Andrea Zahn als Speerwurf-Weltmeisterin W50, Christiane Contag und Elisabeth Joseph, die beide mit der 4x200-Meter Staffel den WM-Titel holten oder Andreas Weise, 4x100 und 4x400-Europameister M60. Alle vom VfV Spandau.

EM-Bronze im Quadrathlon

Einen dritten Platz bei der EM gab es für Judoka Viktoria Folger (Sportfreunde Kladow). Ebenfalls mit Bronze beendete Susanne Walter (Kanu-Club Haselhorst) die WM im Quadrathlon. Bei der World-Cup-Serie wurde sie Erste. Dieser, noch relativ unbekannte, Mehrkampf besteht aus Schwimmen, Radfahren, Kanu und Laufen.

Kein allzu weiter Sprung zum Modernen Fünfkampf, der inzwischen erfolgreichsten Spandauer Disziplin. Personifiziert auch in diesem Jahr etwa durch Annika Schleu (TSV Spandau 1860). Sie wurde 2019 WM-Dritte mit dem Team und holte bei der EM ebenfalls den dritten Platz im Einzel. Dazu kam die Deutsche Meisterschaft.

Annika Schleu erneut Sportlerin des Jahres

Erfolge, die ihr nach 2016 zum zweiten Mal den Titel Spandauer Sportlerin des Jahres sicherten. Entschieden durch die Wahl aller Eingeladenen zur Sportlerehrung. Allerdings in Abwesenheit vergeben. Denn Annika Schleu fehlte bei der diesjährigen Veranstaltung ebenso wie Rebecca Langrehr (ebenfalls TSV 1860) und weitere Best of Spandau-Kandidatin. Ihre Bilanz: Welt- und Deutsche Titelträgerin bei den Juniorinnen im Modernen Fünfkampf.

Anwesend und ebenfalls nominiert war mit Alexander Nobis (Wasserfreunde Spandau 04) ein weiterer Vertreter dieser Sportart. Er kam als amtierender Weltmeister mit der Männerstaffel. Und seine Vereinskameradin Annika Schneider (17) stand als Dritte bei der U17-Europameisterschaft für den Nachwuchs.

Frauen der Wasserfreunde holen den Titel

Sie und Alexander Nobis waren gleichzeitig die einzigen Ausgezeichneten der Wasserfreunde. Obwohl, beziehungsweise weil dieser Verein rund 100 Titelträger beisteuerte. Allein 70 davon im Schwimmen. Außerdem die Meisterschaften im Wasserball, allen voran natürlich das erneute nationale Championat der Herren und, zum ersten Mal und nur zwei Jahre nach der Gründung, auch des Frauenteams. Für diese Anzahl hätte aber, siehe oben, der Raum nicht ausgereicht. Deshalb bekommen die Wasserfreunde einem Extra-Termin.

Gleiches galt für den SC Staaken. Dessen ebenfalls dreistellige Zahl an Meisterinnen wurden bereits 2019 im Rahmen der 100-Jahr-Feier des Vereins geehrt. Erfolge, für die dort ausschließlich Frauen verantwortlich waren. Etwa die Fußballerinnen als Beste in Berlin.

Und nicht zu vergessen, die Cheerleader des Vereins. Fünf Formationen in unterschiedlichen Altersklassen wurden im vergangenen Jahr Regional- und Landesmeister. Stellvertretend für alle war ein Team bei der Sportlerehrung anwesend. Einschließlich einer Einlage. Es machte gleichzeitig Werbung für ein Voting zu seinen Gunsten beim Berliner Amateursport Preis 2020. Denn dafür sind die Staakener Cheerleader ebenfalls nominiert.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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