Drei Straßenbenennungen
Bezirk ehrt im Wohnquartier Gut Alt-Biesdorf lokale Persönlichkeiten

Unter anderem erinnert ein Schild auf dem Gut Alt-Biesdorf an die Widerstandskämpferin Elsa Ledetsch. Arbeiter der Firma VSTR AG Rodewisch montierten die neuen Straßenschilder.
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  • Unter anderem erinnert ein Schild auf dem Gut Alt-Biesdorf an die Widerstandskämpferin Elsa Ledetsch. Arbeiter der Firma VSTR AG Rodewisch montierten die neuen Straßenschilder.
  • Foto: STADT UND LAND
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Mit dem Elsa-Ledetsch-Weg, dem Gisela-Reissenberger-Platz sowie dem Heino-Schmieden-Weg gibt es drei neue Straßennamen auf dem ehemaligen Gut Alt-Biesdorf. Dort errichtet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land bis Mitte 2021 insgesamt 515 Wohnungen.

Die Benennung der neu angelegten Straßen erfolgte im Zusammenhang mit dem Neubau des Wohnquartiers und geht nach Angaben von Stadt und Land auf eine eigene Initiative zurück. Geehrt werden damit lokale Persönlichkeiten. Mitte Oktober wurden die neuen Straßenschilder von der Firma „VSTR AG Rodewisch“ montiert.

Elsa Ledetsch und ihre Tochter Gisela Reissenberger waren Widerstandskämpferinnen in der NS-Zeit. In den Kriegsjahren 1943 und 1944 versteckten sie jüdische Mitbürger in ihren Wohnungen in Biesdorf und retteten so ihr Leben. Dafür wurden sie 1987 von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. Heino Schmieden wiederum war der Architekt des Biesdorfer Schlosses, das 1868 nach seinen Plänen errichtet wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Er entwarf darüber hinaus zahlreiche Pläne für Museen, Krankenhäuser, Denkmäler sowie Wohn- und Geschäftshäuser.

Weil in Berlin die Bezirke für die Benennung von Straßen zuständig sind, wandte sich das Wohnungsunternehmen an das Bezirksamt und rannte mit seinen Vorschlägen offene Türen ein. „Der Bezirk sucht schon seit Jahren nach einer Möglichkeit, an das mutige Handeln von Elsa Ledetsch und ihrer Tochter Gisela Reissenberger zu erinnern und Straßen nach ihnen zu benennen. Daher sind wir dem Vorschlag der Stadt und Land sehr dankbar und haben ihm entsprochen“, sagte Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke). „Ebenso hat Heino Schmieden als Architekt des Biesdorfer Schlosses lokale Geschichte geschrieben.“

Schmieden habe mit dem Biesdorfer Schloss ein Kleinod in spätklassizistischem Stil geschaffen, erklärte Dr. Heinrich Niemann vom Verein „Freunde Schloss Biesdorf“. „Das Ambiente erfreut heute die Besucher unserer Kulturveranstaltungen.“ Ingo Malter, Geschäftsführer von Stadt und Land, teilte mit, dass die geehrten Persönlichkeiten und deren Wirken nicht in Vergessenheit geraten dürften.

Derweil sind rund drei Viertel des neuen Wohnquartiers fertiggestellt. Zum Jahresende sollen die ersten Mieter einziehen. Bis 2021 sollen auf dem Gelände noch drei große Bestandsgebäude saniert werden. Dazu gehören der Kuhstall am Dorfplatz, der Pferdestall an der Straße Alt-Biesdorf und der ehemalige Speicher.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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