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Im Schatten des Achtgeschossers: Mieter wehren sich gegen Bebauung von Grundstück

In den begrünten Innenhof der Häuser an der Ecke Buckower Ring und Wuhlestraße will die Degewo ein achtgeschossiges Wohngebäude setzen. Anwohner sehen dies kritisch.
In den begrünten Innenhof der Häuser an der Ecke Buckower Ring und Wuhlestraße will die Degewo ein achtgeschossiges Wohngebäude setzen. Anwohner sehen dies kritisch. (Foto: hari)

Beim Neubau von Wohnungen werden auch immer mehr Lücken in den Wohngebieten bebaut. Dabei werden auch massiv die Interessen der Mieter berührt, die in den bereits dort stehenden Häusern wohnen.

Ein Beispiel ist ein Grundstück an der Ecke Buckower Ring und Wuhlestraße. Hier will die Degewo auf einer Freifläche ein achtgeschossiges Wohngebäude errichten. Die Freifläche entstand durch den Abriss eines Elfgeschosser, der bis 2006 dort stand. Die Anwohner möchten die zwischenzeitlich angelegte Grünfläche nicht missen. Vor allem befürchten sie aber, dass ihre Wohnungen im Schatten des geplanten Achtgeschossers liegen werden und ihre Wohnqualität leidet.

In dem geplanten achtgeschossigen Neubau sollen 142 Wohnungen entstehen. Die Bauplanungen sind bereits mit dem Stadtplanungsamt abgestimmt. Die Degewo will den Bauantrag gegen Mitte des Jahres stellen. Erfolgt die Genehmigung, soll bis Ende dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden. Dann könnte der Achtgeschosser 2020 fertiggestellt sein.

Mieter wurden erst auf Nachfrage informiert

Die Mieter hatten von den Planungen gehört, wurden aber erst im Januar davon offiziell auf Nachfrage informiert. Mitte Januar gab es ein Gespräch der Degewo mit einer Mieterinitiative, die sich inzwischen gebildet hatte. Eingeladen war auch der Abgeordnete Christian Gräff (CDU), an den sich die Mieter gewandt hatten.

Ablauf und Ergebnis des Gesprächs werden von den Beteiligten unterschiedlich beschrieben. „Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer hat die vorgestellte Planung befürwortet. Ängste bezüglich der Verschattung durch die Neubebauung konnten weitestgehend aufgelöst werden“, sagt Degewo-Pressesprecherin Isabella Canisius. Die Meinungen der Anwohner werden durch ein Beteiligungsverfahren zur Gestaltung von Außenanlagen und Spielflächen berücksichtigt.

Abgelehnt: Geschosszahl wird nicht reduziert

Nur im letzten Punkt stimmt die Wahrnehmung der Mieterinitiative mit der Darstellung der Degewo überein. „Eine Reduzierung der Geschosse wurde von dem Architekten aus Wirtschaftlichkeitsgründen glatt abgelehnt“, erklärt Dagmar Lenz von der Mieterinitiative. Gleichzeitig wurde mitgeteilt, dass die Wohnungen der anderen Häuser durch den Neubau im Sommer acht 18 Uhr im Schatten liegen würden. Die Mieterinitiative wandte sich inzwischen in einem Brief mit der Bitte um einen Ortstermin an Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Die Linke).

„Die Sorgen der Mieter verstehe ich und es gibt im Bezirk noch eine Reihe von Grundstücken, die sich für Lückenbebauungen besser eignen würden“, sagt Gräff. Er sehe aber gesetzlich keine Handhabe, die Degewo umzustimmen. Die Degewo könne die Fläche wie vorgestellt neu bebauen, da sich der Neubau in die vorhandene Bebauung einfügt. Da sehe das Planungsrecht auch keine umfassende Bürgerbeteiligung vor.

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