Warten am Schlosshof
Wohnungseigentümer in der Wohnanlage am Blumberger Damm sind frustriert vom Stillstand

Undine Schlegel (links) und Petra Vogel setzen sich im Beirat für die Eigentümergemeinschaft „Am Schlosspark“ ein.
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  • Undine Schlegel (links) und Petra Vogel setzen sich im Beirat für die Eigentümergemeinschaft „Am Schlosspark“ ein.
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Die Wohnanlage „Am Schlosshof“ wurde über Jahre nicht fertig gebaut. Der Investor verspricht, die Eigentümergemeinschaft über den Weiterbau noch bis Ende des Sommers zu informieren. Bei dieser gibt es aber wegen der gemachten bisherigen Erfahrungen Zweifel.

Die Wohnanlage „Am Schlosshof“ erstreckt sich entlang des Blumberger Damms von der Warener Straße auf Höhe des Gesundheitszentrums bis zu der Anfang dieses Jahres eröffneten Arona-Klinik für Altersmedizin. Ein kurzer Blick auf das Gelände genügt, um zu sehen, dass dort einiges nichts stimmt.

Von den offensichtlich geplanten Wohnhäusern sind einige noch gar nicht angefangen, andere nicht fertig gebaut. Die Betonfläche für die Zufahrt einer Tiefgarage wurde angefangen, aber nicht fertigstellt, genauso wenig wie die Tiefgarage selbst. Jenseits der bebauten Fläche gleicht das Gelände einem verwilderten Grasland.

Die Wohnanlage wurde Ende der 1990er-Jahre auf einer Fläche der Evangelischen Versöhnungskirchengemeinde Biesdorf als Komplex von zwölf Mehrgeschossern konzipiert. Die geplanten Wohnungen wurde als Eigentumswohnungen angepriesen und in einem Referenzprojekt an der Wendenschlossstraße potenziellen Käufern präsentiert. „Wir waren damals begeistert“, sagt Petra Vogel, Vorsitzende des Eigentümerbeirates. Der damalige Investor wollte das Grundstück nach Erbbaurecht schrittweise bebauen. Das erste Haus wurde im Juli 1999 fertig, aber in den folgenden Jahren ging vieles schief. Schon das erste Haus war mit großen Mängeln übergeben worden, beim zweiten wurde der Fertigstellungstermin nicht gehalten. Dem Investor ging das Kapital aus und er musste Insolvenz anmelden. Auch die nächste Gesellschaft, die die Rechte für das Projekt aus der Insolvenzmasse 2006 kaufte, ging 2013 in Insolvenz. Auch sie hinterließ einen Scherbenhaufen. Das siebente Haus war nur zur Hälfte fertig gebaut.

Eigentümer müssen Dach und Treppenhaus kaufen

Die Eigentümer hatten sich währenddessen mit den Erblasten des vorherigen Investors herumzuschlagen. So mussten Eigentümer im Jahr 2010 den Fahrstuhl für ihr Haus selbst finanzieren. Die Bewohner des halben Hauses mussten sich selbst ein Dach und ein Treppenhaus kaufen, um einziehen zu können.

2014 übernahm die Petros Vermögensverwaltung Am Schlosshof GmbH die bisher unbebauten Flächen. Diese versprach, die Wohnanlage endlich fertigzustellen. Im Juni vergangenen Jahres schaltete sich auf Bitten der Eigentümer der Abgeordnete Christian Gräff (CDU) ein. Dieser erhielt auf Nachfrage von der Petros die Information, dass ab Herbst 2018 an der Anlage weitergebaut werden soll. Aber nichts geschah bisher.

Auf Anfrage der Berliner Woche teilte Michael Bohm, alleiniger Gesellschaft der Petros, mit, dass seine Gesellschaft in den zurückliegenden Jahren viel zu tun hatte, um vom Voreigentümer hinterlassene Lasten im Grundbuch streichen lassen zu können und nicht erledigte Kaufverträge abzuwickeln. Der Bauantrag sei von dem beauftragten Architekten gestellt und im Mai 2017 genehmigt worden. Es sei aber schwierig gewesen, Baufirmen für dessen Umsetzung zu finden. „Die richtigen Partner zur Realisierung dieses Projektes sind mittlerweile vertraglich gebunden“, erklärt er. Den Stand der Planungen werde er Ende August, Anfang September den Eigentümern auf einer Versammlung vorstellen.

„Laut Auskunft des Bauaufsichtsamtes müsste mit dem Weiterbau spätestens im Mai 2020 begonnen werden, sonst laufe die Baugenehmigung aus. Es sei denn, der Bauherr beantrage rechtzeitig eine Verlängerung“, sagt Vogel. Eine Verlängerung sei jedoch nur jeweils bis zu einem Jahr möglich. Deshalb müsse endlich etwas geschehen. Angesichts der bisherigen Erfahrungen seien viele Wohnungseigentümer skeptisch.

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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