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Karl-Heinz Gärtner erinnert sich gern an Kindheitstage im Schlosspark Biesdorf

Bei Spaziergängen im Park von Schloss Biesdorf erinnert sich Karl-Heinz Gärtner gern an die Ferienspiele, an denen er in seiner Kindheit teilnahm.
Bei Spaziergängen im Park von Schloss Biesdorf erinnert sich Karl-Heinz Gärtner gern an die Ferienspiele, an denen er in seiner Kindheit teilnahm. (Foto: hari)

Im Schlosspark Biesdorf fanden seit den 1950er-Jahren Ferienspiele statt. Der Biesdorfer Karl-Heinz Gärtner nahm in den 1960er-Jahren daran teil und erinnert sich bis heute noch gern daran.

Es waren unbeschwerte Ferienwochen. Fast der gesamte Schlosspark stand uns Kindern für Abenteuer und Spiele zur Verfügung. Damals gab es noch das Schwimmbecken nördlich der Parkbühne. Im Verkehrsgarten konnten wir Kinder Fahrrad fahren und die Verkehrsregeln beachten lernen. Vielleicht gab es auch Ferienveranstaltungen im Schloss. Doch daran kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.

In den 1960er Jahren gehörte Biesdorf zum Stadtbezirk Lichtenberg. Meine Eltern und wir fünf Kinder wohnten damals in der Alfredstraße in Lichtenberg. Vater war Kfz-Mechaniker und Mutter fertigte in Heimarbeit Sachen, baute etwa Plastikteile für eine Firma in Mahlsdorf zusammen. Große Ferienreisen waren nicht drin.

Die Ferienspiele im Schlosspark Biesdorf waren meine ersten großen Ferienabenteuer. Das war 1963 und 1964. Da war ich gerade zehn und elf Jahre alt. Im Parkgelände waren große Armeezelte aufgestellt. Diese waren nicht zur Übernachtung gedacht. Wir Kinder konnten dort unsere Sachen ablegen und auch mal bei Regen unterkriechen. Natürlich gab es auch Fahnenappelle und Besuche von Funktionären oder Delegationen. Pionierkleidung war gern gesehen, aber nicht Pflicht.

Politik spielte nebenbei eine Rolle. Wir Kinder hatten beispielsweise die Eingänge zu unseren Zelten mit Fahnen geschmückt. Vor unserem Zelt hatten wir die Fahne Kubas aus Naturmaterialien gestaltet. Das weiß ich noch genau. Kuba zählte wenige Jahre nach der Revolution zu den sozialistischen Bruderländern.

Von den Ferienspielen habe ich sogar noch zwei Erinnerungsstücke zu Hause. Eines ist eine kleine Urkunde, die ich für gute Kenntnisse der Verkehrsvorschriften erhalten habe. Zusammen damit bekam ich eine kleine Karte vom Berliner Kinderrundfunk „Knirpsenstadt“ ausgehändigt. Dazu erhielt ich einen Wimpel, der am Fahrrad befestigt werden konnte. Ein Fahrrad hatte ich damals aber noch nicht, sondern nur einen Roller.

Unsere Familie zog ein Jahr später nach Mahlsdorf. An den Ferienspielen konnte ich nicht mehr teilnehmen, da ich aus dem Grundschulalter heraus war. Dafür bin ich bis zur zehnten Klasse regelmäßig in ein Ferienlager gefahren, unter anderem nach Gransee oder ins Erzgebirge.

Nach dem Schulabschluss habe ich, wie mein Vater, Kfz-Mechaniker gelernt. Der Kfz-Technik blieb ich bis zu meiner Berentung im Jahr 2016 treu. Seit 1979 wohne ich an der Buschiner Straße in Biesdorf. Seither entwickelte ich ein besonderes Interesse an der Heimatgeschichte. Die Beschäftigung mit der Geschichte der Ortsteile des Bezirks füllt heute einen großen Teil meiner Freizeit aus.

Von der Buschiner Straße ist es bis zum Schlosspark nicht sehr weit und ich war oft mit meinen Töchtern dort. Bei Spaziergängen durch den Park nehme ich heute oft meine Enkelkinder mit und erzähle ihnen von den Ferienspielen im Park. Es war eine glückliche Zeit, in der wir Kinder viel Spaß hatten.

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