Großer Spaß mit kleinen Fliegern
Rentner Wolfgang Schulz baut und sammelt Flugzeugmodelle

Wolfgang Schulz bereitet ein Schnittmodell der IL-18 für die Aufstellung im Rathaus Schönefeld vor.
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Über das Haus an der Perlpilzstraße dröhnen die Maschinen im Anflug auf Schönefeld. Und im Haus sitzt Wolfgang Schulz und baut Flugzeugmodelle.

Der Flugverkehr über dem Grundstück gehört einfach zu seinem Leben dazu. Schließlich hat er bis zu frühen Rente bei der Interflug und dann noch beim neuen Flugplatzbetreiber gearbeitet. „Als Stahlbauschlosser habe ich Hangartore und Fußgängerbrücken montiert und gewartet“, erzählt er 76-Jährige.

Und dann wendet sich Wolfgang Schulz wieder seinem Hobby zu. Auf dem Basteltisch liegt ein Rosinenbomber Typ DC-3 im Maßstab 1:48. Allerdings nicht so, wie er vom Hersteller es Bausatzes in den Karton gesteckt wurde. „Ich habe daraus ein Schnittmodell gemacht. Jetzt kann man in die Kabine blicken. Die Passagiere stammen aus dem Modellbaufachhandel, sie sehen alle gleich aus, ich habe sie aber in verschiedenen Farben bemalt“, erzählt Wolfgang Schulz. Den Rosinenbomber bringt er demnächst nach Stölln im Havelland. Dort soll das Modell künftig an den 11. August 2002 erinnern. Damals landete der Rosinenbomber von Air Service Berlin erstmals in Stölln. Auf dem dortigen Flugfeld war schon Otto Lilienthal geflogen und 1896 tödlich verunglückt.

Am Steuerknüppel der DC-3 saß übrigens Heinz-Dieter Kallbach, der legendäre Interflugpilot, der bereits 1989 eine ausgemusterte IL-62 auf der 900 Meter langen Graspiste in Stölln sicher auf den Boden gebracht hatte. Der vierstrahlige Jet steht dort seitdem als Museum und fungiert sogar als Standesamt.

Im Schuppen von Wolfgang Schulz warten weitere Arbeiten auf den Luftfahrtfan. Darunter ein Schnittmodell einer Interflug-Maschine IL-18. „Die standen vor der Wende zu Werbezwecken in Reisebüros und Interflugvertretungen und wurden dann leider entsorgt. Ich baue es jetzt um, fertige einen Ständer an und dann kommt es in das Rathaus nach Schönefeld“, verspricht Wolfgang Schulz.

Von einem Teil seiner Modelle hat sich der Rentner bereits getrennt. Gut 450 von ihnen hat das Luftfahrtmuseum Wernigerode bekommen. Rund 2500 Herpa-Modelle in Minimaßstäben von 1:400 und 1:500 lagern aber noch in Vitrinen und Kisten des Sammlers.

Regelmäßig trifft sich der Bohnsdorfer mit Gleichgesinnten im Berlin-Brandenburgischen Luftfahrtclub „Otto Lilienthal“, dessen Vorsitzender er ist. Hier steht das Sammeln von Flugmodellen im Vordergrund.

Übrigens bleibt die DC-3, an der Schulz rund fünf Wochen gebaut hat, nicht das einzige Präsent für den Verkehrslandeplatz Stölln. Demnächst wird er auch eine Antonow AN-2 basteln, auch dieser russische Doppeldecker ist einmal in Stölln/Rhinow gelandet.

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