Aktenfund im Waldhaus
Mitarbeiter des Bucher Helios Klinikums werten derzeit die vergessenen Dokumente aus

In diesen Kartons befinden sich die Akten, die inzwischen genauer geprüft wurden.
  • In diesen Kartons befinden sich die Akten, die inzwischen genauer geprüft wurden.
  • Foto: Helios Kliniken/Thomas Oberländer
  • hochgeladen von Bernd Wähner

Um vergessene Dokumente in einem leer gezogenen früheren Krankenhausgebäude an der Hobrechtsfelder Chaussee gab es vor einigen Wochen viel Aufregung. Mitarbeiter des Helios Klinikums werten derzeit den Fund aus und geben schon mal Entwarnung: Zu den Dokumenten gehören keine Patientenakten.

Diese Dokumente wurden offenbar beim Umzug des Helios Klinikums an den neuen Standort an der Schwanebecker Chaussee in diesem Gebäuden vergessen. Das leerstehende Gebäude gehört inzwischen der landeseigenen BIM Berliner Immobilien Management GmbH. Aber offenbar war es kaum gesichert, sodass sich immer wieder Fremde Zutritt zum Grundstück verschafften. So wurden auch die Dokumente entdeckt.

Nach einem Hinweis stießen Helios-Mitarbeiten in einem eingebauten Wandschrank, in dem ansonsten die Haustechnik untergebracht war, auf die Dokumente. Inzwischen seien die Akten näher ausgewertet worden, heißt es aus dem Helios-Klinikum. Deshalb kann nun auch Genaueres über deren Inhalt mitgeteilt werden. Demzufolge stammen sie nicht aus der ehemaligen Stasi-Klinik, wie bereits öffentlich spekuliert. Die Stasi-Klinik befand sich bis Ende 1989 ebenfalls auf dem Gelände.

Vielmehr stammten die Akten aus der orthopädischen Abteilung des Städtischen Klinikums Buch, dem sogenannten Waldhaus, informiert Dr. Sebastian Heumüller, der Geschäftsführer des Helios-Klinikums in Buch. „Nach unserer derzeitigen, noch nicht abgeschlossenen Auswertung handelt es sich um OP-Bücher und Kopien von OP-Protokollen von orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen.“ Der Fund umfasse drei OP-Bücher, in denen Operationen von rund 6000 Patienten aus den Jahren 1962 bis 1979 im Waldhaus aufgelistet wurden. In zwei weiteren Büchern findet sich eine Betäubungsmittel-Dokumentation aus den Jahren von 1967 bis 1976. Weiterhin umfasst der Fund 27 Aktenordner mit Fotokopien von OP-Protokollen aus den Jahren 1991 bis 1999.

In keinem Fall handele es sich um Patientenakten, die die Krankheitsgeschichte eines Patienten dokumentieren, so Heumüller. Die Aufarbeitung des Fundes dauere – in enger Abstimmung mit den Behörden – aber weiter an. Die heutige Eigentümerin des Gebäudes, die BIM, plant indes, Strafanzeige gegen unbekannt zu stellen. Es bestehe der Verdacht, dass sich widerrechtlich Zugang zum Gelände und zum Gebäude verschafft wurde, in dem die Dokumente gefunden wurden.

Das Städtische Klinikum Buch, zu dem auch das Waldhaus gehörte, war auf über 1000 Gebäude an mehreren Standorten im Berliner Nordosten verteilt. Es wurde 2001 größtenteils von Helios übernommen. 2007 zog das Helios Klinikum dann um. Nicht mehr genutzte Grundstücke des alten Klinikums wurden danach an die BIM verkauft.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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