Tour auf eigene Faust
Weihnachtsspaziergang durch Alt-Buckow

Die denkmalgerecht umgebaute Scheune auf dem Grundstück Alt-Buckow 12, Heute beherbergt sie Wohnungen.
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  • Die denkmalgerecht umgebaute Scheune auf dem Grundstück Alt-Buckow 12, Heute beherbergt sie Wohnungen.
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Der Buckower Heimatverein konnte in diesem Jahr keine Führung veranstaltet. Als kleines Weihnachtsgeschenk bietet der Vorsitzende Hartmut Christians jedoch einen Rundgang zum Selbstentdecken an, den die Berliner Woche gerne abdruckt.

Start ist am Taxistand Alt-Buckow 6: Hier steht ein großes gelbes Haus, in dem heute unter anderem ein Augenarzt ansässig ist. Der einstige Bauernhof wurde bereits im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 erwähnt. Seit 1795 war hier die Familie Kesten ansässig. Rechts ist noch der alte Pferdestall zu sehen. Gottfried Kesten hatte das Amt des Dorfschulzen von 1856 bis 1861 inne. Das Wohnhaus wurde um 1870 erbaut, wie viele andere siebenachsig mit Balkon und einem spitzen, vorgezogenen Dach. Über den Fenstern gibt es klassizistische Stilelemente, daneben ein verziertes Eisentor.

Weiter geht es zum Haus Alt-Buckow 12. Hier richtete Erhard Rohrbeck ab 1928 seinen Rhodeländerhof ein, eine der größten Hühnerfarmen Berlins. Die grün-roten Häuschen für das Geflügel standen bis Mitte der 60er-Jahre auf dem gesamten Gelände rund um den heutigen Leonberger Ring und Rufacher Weg. Noch heute ist die typische Form des märkischen Vierseithofes erkennbar: vorne traufständig das Wohnhaus, rechts und links die Ställe, hinten quer die Scheune. Diese kleine Anlage wurde in den 1990er-Jahren denkmalgerecht umgebaut.

Sieben Generationen Leben

Ein Stück weiter steht ein Ensemble, das seit genau einem Jahrhundert im Eigentum des Landes Berlin ist: das Grundstück Alt-Buckow 16 –18. Seit 1695 lebten hier sieben Generationen der Familie Rohrbeck, unter anderem der „wilde Max“, so genannt wegen seines unsteten Lebenswandels. Auch Wilhelm Rohrbeck (1840–1927) wohnte hier. Ihm sind wertvolle Aufzeichnungen über Sitten und Bräuche in Buckow zu verdanken.

Im Jahr 1920 erwarb die Gemeinde Buckow die Gebäude bei einer Zwangsversteigerung. Die Freiwillige Feuerwehr nutzte sie bis 1954 als Wache, die Scheune diente als Turnhalle. Zeitweilig war das Gemeindebüro hier untergebracht, bis in die 1970er-Jahre die Stadtbücherei.

Wenn der Spaziergänger sich jetzt umdreht, erblickt er die Rückseite des kleinen Hofgrundstücks Alt-Buckow 21 A mit Fachwerkscheune und einem Gebäude. 1780 eröffnete hier die erste Dorfschule, in der Christoph Ruden lehrte. Weil er von seinem Lohn als Schulmeister nicht leben konnte, arbeitete er hauptberuflich als Schneidermeister.

Nun wird der Dorfteich entgegen dem Uhrzeigersinn umrundet, vorbei an ehemaligen Bauernhäusern. In der Hausnummer 26 lebte zehn Genrationen lang die Familie Haewerer, das älteste Buckower Bauerngeschlecht, dessen Name mittlerweile ausgestorben ist.

Nun erhebt sich die Dorfkirche mit ihrem Wehrturm vor dem Betrachter. Sie wurde 1250 erbaut und ist die zweitälteste Berlins. Die Turmhalle wirkt wie eine alte Burg, der Kirchenraum wie eine gotische Krypta. Um 1500 wurde ein spätgotisches Rippengewölbe eingezogen, durch die drei Säulen ist er in zwei Schiffe geteilt. Im Turm läutet die älteste Glocke Berlins, die Vaterunserglocke.

Um den Dorfteich

Es geht weiter um den Dorfteich herum. Er diente in früheren Zeiten zur Reinigung der Pferdewagen und als Löschteich. Das Fischereirecht hatte der Gemeindevorsteher inne. Jetzt rückt eine riesige Rotbuche in den Blick, die um 1900 gepflanzt wurde, um an die Herkunft des Ortsnamens zu erinnern – das slawische „buk“ bedeutet Buche. Der gemeinnützige Verein Buckower Dorfteich kümmert sich seit zwölf Jahren um die Pflege der Grünanlagen. Vor kurzem konnte ein Brunnen zur Regulierung des Wasserpegels gebohrt werden.

Weiter Richtung Westen gelangt man zum historischen Gasthaus „Lindengarten". Das große, rote Backsteingebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite diente ab 1894 als neue Dorfschule. Die benachbarten Hofgrundstücke Alt-Buckow 13 und 9–11 zeigen die Grundstruktur des Vierseithofes. Er löste Mitte des 19. Jahrhunderts den Dreiseithof ab, der zur Straße hin offen war.

Weitere Infos gibt es beim Buckower Heimatverein unter ¿66 70 99 99 und www.buckower-heimatverein.de.

Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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