Angriff auf das Eigenheim: Grünen-Politiker fordert, Bauland effektiver zu nutzen

Berlin. Wohnraum ist in Berlin knapp und teuer. Doch trotzdem werden noch immer viele Einfamilienhäuser gebaut, die weniger Menschen Platz bieten als große, mehrgeschossige Gebäude. Gut so, meint der Immobilienverband.

Einfamilienhäuser passen nicht in eine Großstadt wie Berlin – vor allem nicht, wenn derart viele Menschen wie derzeit in die Hauptstadt ziehen, meint der Berliner Abgeordnete Andreas Otto (Bündnis 90/Grüne). Er hat sich mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt, in der es heißt: „Wo heute ein Geschoss steht, passen oft auch zwei oder drei hin. Berlin wird auch in Heinersdorf, Rudow oder Mahlsdorf irgendwann Großstadt sein.“

Die Flächenauslastung liege unter allen Möglichkeiten und es werden damit vom Senat und von den Bezirken große Wohnungsbaupotenziale verschenkt, mahnt er. Nach wie vor würden viele Einfamilien- und Reihenhäuser gebaut – zu immer höheren Preise.

Das bestätigen die Zahlen des Immobilienverbands Berlin-Brandenburgs IVD. Demnach sind Berliner Immobilien derzeit teuer und nachgefragt wie nie. Verzeichnete der IVD im Jahr 2014 noch Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern von rund vier Prozent, erhöhten sich die Kaufpreise seitdem um bis zu 8,3 Prozent. Der Grund liegt in der hohen Nachfrage. Der Verband kritisiert, dass der Berliner Senat zu wenig für eine vernünftige Wohnungsbaupolitik tue, die neuen Wohnraum in allen Lagen und Ausstattungsklassen fördert. Auch Einfamilienhäuser würden, vor allem in den Bezirken am Stadtrand, zu jeder Großstadt gehören.

„Innerhalb des S-Bahnrings gibt es freie Flächen für eine halbe Million neuer Wohnungen“, sagt Dirk Wohltorf, Vorstandsvorsitzender des IVD. Eine staatliche Begrenzung für den Bau von Einfamilienhäusern wertet er als Eingriff in die Eigentumsfreiheit: „Das ist Planwirtschaft.“ jtw

Autor:

Jana Tashina Wörrle aus Charlottenburg

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