Unruhe am Spreebord
SPD und Linke lehnen Pläne für das Projekt an der Quedlinburger Straße ab

Hier auf dem Gelände des Tanklagers, zwischen Quedlinburger Straße und der Spree, soll es entstehen, das Projekt "Am Spreebord". In welcher Gestalt, ist noch nicht klar.
  • Hier auf dem Gelände des Tanklagers, zwischen Quedlinburger Straße und der Spree, soll es entstehen, das Projekt "Am Spreebord". In welcher Gestalt, ist noch nicht klar.
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Möglicherweise muss die Projektentwicklungsgesellschaft „Am Spreebord“ ihr gleichnamiges Bauvorhaben an der Quedlinburger Straße überarbeiten. Die Fraktionen der Linken und der SPD in der BVV halten von den derzeitigen Plänen nichts.

Top-Ökobilanz, Communal Garden, schicke Durchwegung zur Spree, ausgeklügelte Sichtachsen – für den Linken-Fraktionsvorsitzenden Niklas Schenker und den SPD-Bezirksverordneten Wolfgang Tillinger ein „nice to have“. Ihnen geht es aber um das „must have“: so viel bezahlbaren Wohnraum wie möglich. 96 000 Quadratmeter umbauter Raum sollen auf dem Gelände des Tanklagers entstehen. 40 Prozent davon nimmt ein Bürokomplex in Anspruch, 50 Prozent die Wohnbebauung, davon 30 Prozent im sozialen Wohnungsbau nach dem Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung. Die restlichen zehn Prozent gehören dem Sozialcampus. Die Projektentwickler schätzen die Zahl der Wohnungen auf 550 bis 600. Bei den Planungen des gescheiterten Vorgängerprojektes „Werkbundstadt“ wurden mehr als 1000 Wohnungen kolportiert. „Das war eine nicht zu belastende Zahl, da es lediglich Entwürfe zu den einzelnen Häusern gab“, erklärte Claudia Kromrei, Professorin für Architekturtheorie, ehemalige „Werkbundstadt“-Vorsitzende und nun beratendes Bindeglied zwischen Entwickler und Bezirk. „Der umbaute Raum ist fast identisch geblieben. Am besten ist es, in Prozent zu denken. Bei der 'Werkbundstadt' war ein Drittel für Gewerbe gedacht, das liegt nicht so weit entfernt von den jetzigen 40 Prozent.“

„Das ist mir bewusst“, sagte Tillinger, „aber 600 Wohnungen sind zu wenig.“ Der Meinung ist auch Schenker: „Die Zahl der Sozialwohnungen hat sich im Vergleich zur 'Werkbundstadt' halbiert, dafür gibt es mehr hochpreisiges Gewerbe. Darüber ließe sich nur reden, wenn der Investor 50 Prozent für den sozialen Wohnungsbau einplanen würde.“ Als „dreist“ empfinden es beide Politiker, dass sich der Bauträger die Wohnungen im Sozialcampus auf das Berliner Modell anrechnen lassen möchte. Die Grünen hielten sich bei der Präsentation im Bauausschuss zurück. Wohl auch, weil ihr Baustadtrat Oliver Schruoffeneger die Planungen goutiert. Über das „Go“ für einen Bebauungsplan entscheidet die BVV. Sollten die Planer nicht nachbessern, würde Tillinger das Projekt gern verhindern. Dazu braucht es die Mehrheit in der BVV. Am 3. Juli treffe sich die rot-rot-grüne Zählgemeinschaft, dann komme das Thema auf den Tisch.

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