Bahnhof Zoo: Sanierung geht in heiße Phase

McDonald's bezieht die "Terrassen am Zoo" im Herbst. Bis dahin wird unter Hochdruck gebaut.
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Charlottenburg. Umbau bei laufendem Betrieb: Im Herbst zieht McDonald's in die "Terrassen am Zoo". Aber schon jetzt geht die Sanierung in Phase zwei. Sie soll mindestens fünf Jahre dauern – und den Bahnhof so aufpolieren, dass er der City West würdig ist. Ein Ortstermin mit Frank Henkel.

Die zerschlissenen Türen, die trüben Scheiben, Katakomben, die Fahrgäste in die Irre führen. Man kann den Bahnhof Zoologischer Garten in diesen Tagen ein letztes Mal im überholten Zustand sehen. So wie er zum Ärger von Geschäftsleuten lange Jahre die Reisenden in der westlichen City empfing.

Nun verkündete Alexander Kaczmarek, Bevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, den Eintritt in die heiße Phase der Sanierung. Bis in die 2020er Jahre erleben Gäste an allen Ecken die Erneuerung. Sie müssen bei der Durchquerung mit Umwegen rechnen. Auswirkungen auf den Fahrplan hingegen soll es trotz des beträchtlichen Ausmaßes der Arbeiten nicht geben.

Umbau bei laufendem Betrieb

„Es wird nicht mehr der Hauptbahnhof West-Berlins werden, aber doch ein Aushängeschild für die City West“, versprach Kaczmarek nun einer Delegation mit Innensenator und CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel und AG City-Vorstand Uwe Timm. Die Härten der Modernisierung klein zu halten, sei ein Kunststück, betonte der Bevollmächtigte. „Denn dies wird eine Großbaustelle. Und jeden Tag läuft hier die Bevölkerung einer Großstadt durch.“

Derweil kommt Phase eins der Sanierung, kalkuliert mit Kosten von 20 Millionen Euro, im Herbst zum Abschluss: die denkmalgerechte Sanierung der brachliegenden „Terrassen am Zoo“. Hier eröffnet McDonald's eine neue Filiale mit 220 Plätzen und schließt dafür seine alte Niederlassung im Hutmacher-Hochhaus gegenüber.

„Eine Fläche von 1000 Quadratmetern ist nicht leicht zu bewirtschaften“, verteidigte Projektleiter Thorsten Schulz die Entscheidung, den Burgerriesen in das Prestigeobjekt zu holen. Immerhin wird es eine besondere Filiale, schon allein wegen der Möglichkeit, sich am Platz bedienen zu lassen. Entweder gelangt man über die Treppe am Hardenbergplatz hinauf. Oder man nutzt den behindertengerechten Zugang aus der Fernbahnhofshalle. Für die Eröffnung der „Terrassen am Zoo“ angepeilt war eigentlich der Sommer. Aber Schwierigkeiten mit der Bausubstanz bewirkten eine Verzögerung, worauf der Termin nicht zu halten war.

Halten ICE wieder am Zoo?

Entsprechend vorsichtig äußert sich Kaczmarek zum weiteren Zeitplan. Fest steht, dass nun ein neuer, breiter Durchgang in den bisher abgeschnürten hinteren Teil des Bahnhofs entsteht. Dort will die Bahn ihre Halle für Schließfächer umformen, dabei zehn neue Gewerbeeinheiten eröffnen und auch ein verkleinertes Reisezentrum unterbringen. Das alte, zentral gelegene Zentrum, sei nach Analysen der Bahn zuletzt immer schwächer nachgefragt gewesen und „in der Form nicht mehr zeitgemäß“. Während der Bauarbeiten verlagern sich die Serviceangebote in einen Container.

Ob denn nach der Sanierung wieder mit einem ICE-Anschluss für den Bahnhof Zoo zu rechnen sei? Diese Frage Frank Henkels beantwortete Kaczmarek mit Zuversicht: „Wir sind dabei, diese Möglichkeit zu prüfen.“ Seit Jahren blockte die Bahn den Wunsch ab. Jetzt heißt es, man wolle ernsthaft versuchen, auf der stark befahrenen Berliner Stadtbahntrasse den Takt der Bahnen so zu verändert, dass ein ICE-Halt möglich wird. Derzeit fahren auf der Trasse in einer Stunde so viele Züge in einer Stunde wie zu West-Berliner Zeiten an einem Tag. So habe die kleinste Modifizierung selbst im fernen Hamburg noch Auswirkungen auf die Zugfolge, warnt Kaczmarek – „ich kann diese Entscheidung nicht auf Kosten der Pünktlichkeit treffen.“

Senator Henkel wiederum zeigte sich mit dieser Aussage zufrieden. „Es gibt bei der Deutschen Bahn eine Aufgeschlossenheit, die zuletzt nicht da war“, stellte er am Ende fest. „Das ist für Befürworter des ICE-Halts am Zoo ein ermutigendes Zeichen.“ tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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