Eine neue Komödie? „Cells Bauwelt“ präsentiert einen zweiten Entwurf für die Bühnen

Neue Spielstätte, nostalgisches Flair: Jan Kleihues und Norman Schaaf sprechen von einem perfekten Kompromiss.
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Charlottenburg. Nächste Episode im Konflikt um das Ku’damm-Karree: Der Investor zeigt nun eine überarbeitete Version der Pläne für ein neues, unterirdisches Theater. Aber es bliebe beim Abriss der beiden bestehenden Bühnen. Und der Gesamtumbau steht und fällt mit der kommerziellen Nutzung ihrer Flächen.

Briefkastenfirmen, Panama-Papers, russische Gelder. Die Mutmaßungen über den Hintergrund eines der wichtigsten Umbauprojekte Berlins ziehen weltumspannende Kreise. „Cells Bauwelt“, die direkt verantwortliche Immobilienfirma, muss man aber zur Klärung von bautechnischen Fragen vor Ort nicht lange suchen. Sie sitzt im vorletzten Stockwerk des Hochhausturms, den sie durch einen Umbau des ganzen Karrees besser zur Geltung bringen will. Und genau dort, über den Dächern der City West, gingen „Cells“-Geschäftsführer Norman Schaaf und Architekt Jan Kleihues nun mit einem veränderten Plan in die Offensive.

Nostalgische Stilelemente

Die geänderte Fassung betrifft einzig und allein die Ausgestaltung des unterirdischen Theaterraums, der das Theater und auch die Komödie am Kurfürstendamm ersetzen will. Viel stärker als bei der ersten Präsentation, das zeigen die Simulationen, setzt man auf nostalgische Stilelemente. Vom Leuchter über die karminrote Bestuhlung bis hin zu den Logen im hinteren Bereich reicht die Spanne der Akzente. All das erinnert an die bestehenden Ku’damm-Bühnen. Und gilt als Kompromissvorschlag, um auf den Betreiber Martin Woelffer zuzugehen. Arbeitstitel: „Neue Komödie am Kurfürstendamm“.

Gemeinsam mit dem Theaterplanungsbetrieb Daberto habe man auf diesen Entwurf hingearbeitet, hieß es von „Cells Bauwelt“. Was zu dieser Darstellung nicht passt, ist die Tatsache, dass Martin Woelffer der Präsentation fern blieb und nur ausrichten ließ: „Pläne, die zum Abriss der Ku’damm-Bühnen führen, lehnen wir ab.“

Nicht das Ganze aus dem Blick verlieren

Sichtlich genervt stellte sich derweil Norman Schaaf der Kritik am Abriss der Altbühnen und bat, beim Streit um die Theater das große Ganze nicht aus dem Blick zu verlieren: „Wir reden hier die ganze Zeit nur über 5000 Quadratmeter eines 95 000 Quadratmeter-Projekts.“ Seit Bekanntgabe des Umbaus Anfang 2016 hat sich die Stimmung im Abgeordnetenhaus und in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf gegen eine Neugestaltung des maroden Komplexes gedreht, da die Ku’damm-Bühnen dafür geopfert werden. Gleichwohl stellt Schaaf klar, dass sich das gesamt Konzept nur rechnet, wenn an Stelle der alten Theater genügend Handelsfläche entsteht. „Hier wird der Umsatz gemacht“, nannte er den Grund, weshalb ein Abriss aus seiner Sicht zwingend nötig ist.

Gleichzeitig betonte Architekt Jan Kleihues nochmals, dass sich der Neubau eines Theaterpavillons mitten auf einem neuen Stadtplatz vor dem Hochhausturm an einem hoch attraktiven Ersatzstandort befindet. Ein neu entstehender Zugang zwischen den beiden Einzelhandelsflächen direkt am Kurfürstendamm lasse die „Neue Komödie“ bis hinaus auf den Boulevard sichtbar werden. Kleihues spielte auch vor, was ein Erhalt von beiden Alttheatern aus baulicher Sicht zur Folge hätte: „Es bleibt dazwischen kein Platz mehr, um zum Hochhaus durchzukommen.“ Gerade diese Abriegelung gegen die Flächen im Inneren des Karrees sei der Grund für seinen Niedergang gewesen.

Umbau beginnt dieses Jahr

Während der Streit um Erhalt oder Abriss der Ku’damm-Bühnen weiterschwelt, will "Cells Bauwelt" noch in diesem Jahr mit dem Umbau des Komplexes beginnen. Und zwar in der Uhlandstraße, am östlichen Rand. So bleiben dann noch zwölf bis 18 Monate Zeit, in denen sich die Bagger den Bühnen langsam nähern. tsc

Autor:

Thomas Schubert aus Charlottenburg

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