Helfer brauchen Hilfe
Caritas sucht dringend Pflegefachkräfte für ihre Ambulanz und Krankenwohnung

Die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo steht für Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung offen.
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  • Die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo steht für Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung offen.
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Die Caritas braucht dringend mindestens neun Pflegefachkräfte, um Obdachlose und Menschen ohne Krankenversicherung medizinisch zu versorgen.

Die Helfer funken SOS. In der Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo – Berlins ältester medizinischer Versorgungsstelle – kümmert sich derzeit nur noch eine Pflegerin um Kranke. Gerade in Corona-Zeiten „gehen wir auf dem Zahnfleisch, weil die Situation für unsere Mitarbeiter sehr belastend ist und sich Ausfälle durch Krankheit häufen", sagt Martin Weber. Er leitet die 1992 gegründete Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo.

Ein Team aus 15 ehrenamtlichen Ärzten kümmert sich um die Menschen, die keine Krankenversicherung haben. Normalerweise werden im Jahr 5000 Leute behandelt. Da die Caritas auch in der Corona-Zeit ihre offene Sprechstunde weiter angeboten hatte, „liegen wir jetzt schon bei 7000 Behandlungen in diesem Jahr“, so Weber. „Wir fragen nicht, woher und warum jemand kommt und behandeln auch anonym“, sagt der Projektleiter. Von den 15 ehrenamtlichen Ärzten sind zudem sieben ausgeschieden, weil sie aufgrund ihres Alters selbst zur Risikogruppe zählen. Dafür seien aber jüngere Ärzte hinzugekommen. Das eigentliche Problem sind die Pflegefachkräfte. In der Ambulanz sind drei Stellen unbesetzt. „Der Job ist attraktiv, Arbeitszeiten von Montag bis Freitag, keine Wochenenden“, wirbt Weber. Er ist selbst ausgebildeter Pfleger und springt in der Caritas-Ambulanz öfter ein.

Die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoo braucht dringend Pflegefachkräfte.
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Probleme mit der Patientenbetreuung gibt es auch in der Caritas-Krankenwohnung an der Turmstraße. Auf dem Gelände des früheren Krankenhauses Moabit betreibt die Caritas eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 15 Betten. Obdachlose, die nicht krankenversichert sind oder die einen ungeklärten Versicherungsstatus haben, können sich dort auskurieren und bis zu einem Monat bleiben. „Was für jeden gefährlich ist, wird auf der Straße schnell lebensbedrohlich. Darum bieten wir nach einer Erstversorgung im Krankenhaus oder einem medizinischen Hilfsprojekt für Wohnungslose einen Platz zum Gesundwerden“, sagt Marlene Köster, Leiterin der Caritas-Krankenwohnung. Sie sucht dringend sechs neue Pflegekräfte. Von den benötigen neun Stellen sind derzeit nur noch drei besetzt. Köster befürchtet, dass sie die Versorgung in diesen schwierigen Zeiten nicht in vollem Umfang aufrechterhalten kann, „wenn wir nicht schnell neue Pflegefachkräfte finden“.

Die Caritas-Ambulanz am Bahnhof Zoologischer Garten wird seit diesem Jahr wieder vom Senat mit 150.000 Euro gefördert. Insgesamt koste der Betrieb jährlich 400.000 Euro, sagt Martin Weber. Für die Finanzierung der Lücke ist die Caritas auf Spenden und Stiftungen angewiesen.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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