Neue Perspektiven für Arbeitslose

Schattige Plätze bescherten den Einwohnern in der Vergangenheit die knallroten Sonnenschirme am Ernst-Reuter-Platz. Die Menschen freuten sich über den zusätzlichen Lebensraum.
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  • Schattige Plätze bescherten den Einwohnern in der Vergangenheit die knallroten Sonnenschirme am Ernst-Reuter-Platz. Die Menschen freuten sich über den zusätzlichen Lebensraum.
  • Foto: Foto: Rudat/m.a.l.v.
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Im Juni startet das Architekten-Team m.a.l.v. sein neues Projekt „Stadt erkunden – Kompetenzen erwerben“. Dabei können arbeitslose Menschenfür sich herausfinden, ob sie gerne im öffentlichen Raum arbeiten wollen.

Ziel des Architekten-Teams ist es, Orte mit Aktionen zu beleben und dadurch brachliegenden Lebensraum zu erschließen. Mit ihrer ersten Projektreihe hatte m.a.l.v. in den Jahren 2011, 2013 und 2014 gute Erfahrungen gemacht. Damals fluteten sie den Ernst-Reuter-Platz mit knallroten Sonnenschirmen und schwimmenden Kissen. Das lockte Menschen an, die den Platz als Erholungsoase oder Bühne neu entdeckten. Die beiden Ingenieure und Initiatoren Hans-Gerd Rudat und Sören Hühnlein sagen: "Orte, die durch Aktionen anders erlebt werden, werden auch andere Orte im Bewusstsein der Menschen – ohne sie umzubauen."

Seit 2008 ist das Team in seiner Mission unterwegs, alle Projekte entstanden bislang zusammen mit den Menschen vor Ort: Schüler, Gewerbetreibende, Passanten oder Senioren. Auch jetzt sollen Plätze wieder wachgeküsst werden, nur dieses Mal geht es zusätzlich darum, Menschen, die gerne im öffentlichen Raum arbeiten wollen, dafür auch zu befähigen. "Für Arbeitslose kann das Projekt daher zur Orientierungs- oder Qualifizierungsmaßnahme werden", hofft Hühnlein. Das neue Erlebnis-, Mitmach- und Qualifizierungsprojekt wird über das Programm Lokales Soziales Kapital gefördert und in Zusammenarbeit mit dem Bezirk auf den Weg gebracht. Aktionen, mit denen zusätzlicher Lebensraum und damit auch zusätzliche Lebensfreude kreiert werden sollen, könnten beispielsweise Picknicks auf dem Mittelstreifen der Otto-Suhr-Allee sein, ein Flashmob in der Wilmersdorfer Straße, künstlerische Performances oder eine rote Karawane durch die Unterführung am ICC, sagen die Initiatoren.

Arbeitslose können kostenlos an dem Projekt teilnehmen, "ganz egal, ob sie schon Ideen haben oder nur mal unverbindlich reinschnuppern wollen, ob sie Lust auf Bauberufe, Straßenmusik, Städtebau, Ordnungsangelegenheiten oder Gastronomie, ob sie Geschäftsideen für Selbstständigkeit haben oder lieber angestellt arbeiten wollen. Wir bieten nicht die Arbeit – wir fördern die Suche", so Hühnlein. Für ihn steht fest: "All diese Menschen werden hier eine Menge über die Chancen und Risiken des öffentlichen Raums erfahren – und danach die Stadt mit anderen Augen sehen. Vielleicht werden sie nebenbei sogar zu Scouts oder Rangern des öffentlichem Raums." Momentan läuft die Teilnehmer-Akquise an. Es sind also noch einige Plätze zu haben. Das m.a.l.v.-Team ist gespannt auf die Menschen, die sich melden. "Ich war gerade bei einem Gespräch im Jobcenter, das in dem Punkt natürlich ein sehr guter Partner ist", sagte Hühnlein. 

Potenzielle Teilnehmer können sich über die m.a.l.v.-Homepage per E-Mail unter info@malv.de oder unter der Rufnummer 0162/177 28 17 (Sören Hühnlein) anmelden.

Schattige Plätze bescherten den Einwohnern in der Vergangenheit die knallroten Sonnenschirme am Ernst-Reuter-Platz. Die Menschen freuten sich über den zusätzlichen Lebensraum.
Einige nutzten den zusätzlichen Lebensraum am Ernst-Reuter-Platz für ein kleinen Open-Air-Konzert-

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