Bezirksamt bei der Bekämpfung auf Hilfe der Bevölkerung angewiesen
Vierte Rattenplage auf dem Klausenerplatz

Der Klausenerplatz ist schon wieder von Ratten befallen. Das teilt das Bezirksamt mit. Die Bekämpfungsmaßnahmen laufen bereits, die Grünanlage mit Spielplatz muss aber nicht gesperrt werden.

Im Frühjahr hatten die Zahlen des Landesamtes für Gesundheit ergeben: In Berlin hat die Zahl der Rattenbekämpfungsmaßnahmen im Jahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent zugenommen. Das bezirkliche Gesundheitsamt bestätigte damals den Trend nicht. Die Nutzer des Klausenerplatzes haben sicher einen anderen Eindruck. Die aktuelle Plage ist bereits die vierte seit 2016, auf der Grünanlage gegenüber des Charlottenburger Schlosses scheinen sich die Nager besonders wohlzufühlen.

Immer häufiger erreichten das Grünflächenamt Anzeigen von Bürgern, die Ratten über die Straßen rund um den Platz huschen sahen oder die Schädlinge in den Mülleimern entdeckten. Der Meldung beim Gesundheitsamt folgte die Begehung des Areals durch Kammerjäger und Mitarbeiter des Grünflächenamtes. „Es ist für Firmen nicht ganz leicht, die Bauten des Ratten zu finden, wir wissen wo sie sind“, erklärte Joachim Schmidt, Inspektionsleiter beim Amt und zuständig für dieses Revier. Das Wildkraut im Gehölz rund um den Spielplatz ist mittlerweile zurückgeschnitten, die Köder mit dem Rattengift in den Bauten ausgelegt. „Da kommen keine Menschen oder andere Tiere ran“, sagt Schmidt. Deshalb müsse die Fläche nicht gesperrt werden.

Warum das Rattenaufkommen nach den erst kürzlich durchgeführten Maßnahmen schon wieder derart hoch ist? Die Tiere vermehren sich schneller als sie verenden. Und das hat nicht nur mit den vorzüglichen Rückzugsmöglichkeiten am Klausenerplatz, sondern vor allem mit dem Verhalten der Menschen zu tun: „Weggeworfene Abfälle, Fastfood-Verpackungen mit Essensresten sowie das gezielte Füttern von Tauben und anderen Kleintieren fördert die Zunahme der Rattenpopulationen“, klagt Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). „Um der Lage Herr zu werden, sind wir auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Es wird darum gebeten, Abfälle wieder mitzunehmen und kein Vogelfutter auszustreuen. Die Papierkörbe werden vorübergehend abgebaut, um auch an diesen Stellen kein zusätzliches Nahrungsangebot für die Ratten zu fördern.“ Mit den Betreibern der Stände des Wochenmarktes sei vorbeugend ein Gespräch geführt worden, sagte Schmidt.

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