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  • 20. August 2015, 00:00 Uhr
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VfJ Werkstätten bieten Jobs für behinderte Mitbürger

4. September 2015 um 09:00
Behindertenwerkstätten Adlershof, 12489, Berlin
Gerolf Bohrenz ist mit seinem Gabelstapler für den Transport des Nachschubs verantwortlich.
Gerolf Bohrenz ist mit seinem Gabelstapler für den Transport des Nachschubs verantwortlich. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Ein modernes Gebäude am Rand eines Gewerbegebiets an der Otto-Franke-Straße. Hier haben 170 Behinderte die Chance, sich beruflich zu betätigen.

Im Jahr 2001 waren die VfJ Werkstätten aus ein paar alten Baracken hinter dem Köpenicker Krankenhaus in das moderne Gebäude gezogen. „Unsere behinderten Mitarbeiter verpacken Blechpostkarten, füllen Kosmetika wie Duschbad und Haarwäsche ab oder montieren Telefondosen für verschiedene Auftraggeber“, erläutert Gruppenleiterin Evelyne Moosbauer. Gemeinsam mit Werkstattleiter Gunther Stallmann ist sie dafür verantwortlich, dass es immer genügend Arbeit gibt. „Seit fünf Jahren sind wir fast immer zu 100 Prozent ausgelastet“, sagt Gunter Stallmann stolz.

Mit den Behindertenwerkstätten der Vergangenheit, in denen in dunklen Sälen Tüten geklebt oder Bürsten gefertigt wurden, hat der Adlershofer Betrieb nichts gemeinsam. Jennifer Hinz und Enrico Kubier sitzen an einer modernen Maschine. Hier werden Flaschen für das Einfüllen von Bodylotion vorbereitet und die Etiketten aufgeklebt. In einem Nebenraum versieht Henry Lorenz die Flaschen eines anderen Auftraggebers an der Siebdruckmaschine mit dem bestellten Outfit. Zwei Etagen tiefer auf dem Hof und in der neu gebauten Lagerhalle hat Gerolf Bohrenz seinen Arbeitsplatz. Mit dem Gabelstapler holt er Nachschub für die Mitarbeiter, die Duschgel abfüllen. „Unser Kollege ist sehr gewissenhaft. Er bereitet sich gerade auf den Gabelstaplerschein vor und wird künftig die Lagerhaltung selbst am Computer verbuchen“, erklärt Werkstattleiter Gunter Stallmann.

Für Firmen, die Aufträge an anerkannte Behindertenwerkstätten vergeben, gibt es übrigens mindestens zwei wirtschaftliche Vorteile. Erstens wird der Auftragswert mit der eigenen Behindertenquote im Unternehmen verrechnet. Zweitens wird auf die von Behinderten ausgeführten Leistungen nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig. Regelmäßig gibt es für die Kollegen Praktika in Unternehmen wie Philipp Morris oder Berlin Chemie. „Eine Kollegin hat bei Berlin Chemie sogar eine feste Stelle gefunden“, berichtet Gruppenleiterin Evelyne Moosbauer.

Am 4. September haben Besucher die Möglichkeit, von 9 bis 11 Uhr einen Blick in die Werkstätten zu werfen. Im Anschluss daran wird ab 11.30 Uhr ein Hoffest gefeiert. Manche Nachbarn aus den nahen Wohngebieten steuern das Werkstattgebäude in der Otto-Franke-Straße 83 schon jetzt regelmäßig an, denn seit Kurzem ist die Kantine zur Mittagszeit auch für Gäste geöffnet,  677 98 36 RD

Autor: Ralf Drescher
aus Lichtenberg
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