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  • 28. August 2017, 00:00 Uhr
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VfJ Werkstätten laden zum Blick hinter die Kulissen ein

8. September 2017 um 09:00
VfJ Werkstätten, 12489, Berlin
Werkstattleiter Günther Stallmann und Gerolf Bohrenz an einer Maschine zum Aufkleben von Etiketten.
Werkstattleiter Günther Stallmann und Gerolf Bohrenz an einer Maschine zum Aufkleben von Etiketten. (Foto: Ralf Drescher)

Adlershof. Seit 2001 gibt es in der Otto-Franke-Straße die VfJ Werkstätten für Behinderte. Hier gehen 167 Menschen einer sinnvollen beruflichen Tätigkeit nach.

Die Mitarbeiter sind geistig, einige auch körperlich behindert oder beeinträchtigt. Eingesetzt werden sie je nach Fähigkeiten. Einige Arbeiten an Maschinen oder bedrucken Flaschen, in denen ein paar Räume weiter Kosmetikerzeugnisse abgefüllt werden. In einer Kreativwerkstatt entsteht Kunsthandwerk, das auf Basaren und Weihnachtsmärkten verkauft wird.

Gerolf Bohrenz ist schon seit Jahren in der Werkstatt tätig. Er hat hier seinen Gabelstaplerschein gemacht und kümmert sich um den Transport. Jetzt sitzt er an einer Maschine, die Etiketten auf Kosmetikflaschen klebt. „Wir arbeiten unter anderem für Kosmetikfirmen, füllen für die Handwaschgel, Bodylotion und Seifen ab. Für eine Adlershofer Firma verpacken wir Batterien für elektronische Zigaretten, und in unser Küche wird auch Mittagessen für Anwohner, darunter viele Rentner, gekocht“, erzählt Werkstattleiter Günther Stallmann.

Er und sein „Arbeitsbeschaffer“ Peter Müller sind ständig auf der Suche nach Aufträgen für ihre behinderten Mitarbeiter. Für Firmen, die Aufträge an anerkannte Behindertenwerkstätten vergeben, gibt es übrigens mindestens zwei wirtschaftliche Vorteile. Erstens wird der Auftragswert mit der eigenen Behindertenquote im Unternehmen verrechnet. Zweitens wird auf die von Behinderten ausgeführten Leistungen nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent fällig.

Derzeit bereiten Günther Stallmann und seine Kollegen ein neues Standbein vor. In den nächsten Monaten wird im Gebäude eine Fahrradwerkstatt eingerichtet. Dort können dann auch Räder von Anwohnern repariert oder aufgerüstet werden. „Wir würden auch gern für Unternehmen arbeiten, die in Speditionshallen oder auf großen Firmengeländen Dienstfahrräder einsetzen“, sagt Werkstattleiter Stallmann.

Am 8. September besteht die Möglichkeit, beim Tag der offenen Tür in der Otto-Franke-Straße 83 einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Von 9 bis 11 Uhr gibt es Werkstattführungen und um 11.30 Uhr beginnt ein Hoffest. RD

Autor: Ralf Drescher
aus Lichtenberg
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