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  • 24. November 2017, 00:00 Uhr
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Versteigerung zugunsten der Aktion „Kinder von Tschernobyl“

1. Dezember 2017 um 19:00
Rathaus Lichtenberg, 10367, Berlin
Eine Kaltnade-Arbeit hat Künstler Eberhard Hartwig zur Verfügung gestellt.
Eine Kaltnade-Arbeit hat Künstler Eberhard Hartwig zur Verfügung gestellt. (Foto: Foto: Druckgraphik-Atlier Hartwig)

Nach zwei Jahren Pause steigt wieder eine Kunstauktion zugunsten der Aktion „Kinder von Tschernobyl“. Mehr als 250 Grafiken kommen am 1. Dezember im Rathaus Lichtenberg unter den Hammer.

Künstler, Kunstfreunde und Sammler spenden die Exponate für die Versteigerung, die seit 1992 mit wenigen Ausnahmen jährlich stattfindet. Der komplette Erlös geht an den Aktionskreis Evangelischer Kirchengemeinden „Kinder von Tschernobyl“. In 22 Auktionen kamen bisher insgesamt 79 801,59 Euro zusammen.

Hintergrund: In der Nacht zum 26. April 1986 ereignete sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Mehr als 30 Jahre danach sind die Spätschäden in und um den Unglücksort noch immer verheerend. Besonders gefährdet sind die Kinder. Ihnen hilft der Aktionskreis, der 1990 gegründet wurde. Schwerpunkt der Arbeit ist eine jährliche Sommeraktion. Kinder aus Gomel in Weißrussland können dann jeweils drei bis vier Wochen in Deutschland verbringen. Sie kommen zur Erholung, damit sich ihr Immunsystem etwas stabilisieren kann. Viele haben gesundheitliche Probleme, sind in der Entwicklung zurückgeblieben, leiden an spastischen Erkrankungen aufgrund der freigesetzten Isotope. Plutonium, Jod, Strontium und Cäsium haben auch nach ihren Halbwertzeiten gravierende Folgen. In der Placenta eingelagertes Cäsium wirkt sich noch nach Jahren auf ungeborene Kinder aus. Die so vererbten Behinderungen beeinträchtigen auch die Familien, von denen viele in prekären Verhältnissen leben.

Die Versteigerung beginnt am 1. Dezember 19 Uhr in der rk-Galerie für zeitgenössische Kunst im Ratskeller, Möllendorffstraße 6. Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) und Bertold Höcker, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte, sind Schirmherren. 187 Arbeiten, gespendet von 73 Künstlern, außerdem 35 Werke aus Nachlässen und 22 Grafiken von Sammlern und Kunstliebhabern werden versteigert.

Die Exponate sind vorab in der Galerie zu sehen: 27. bis 29. November 10 bis 19 Uhr. Ein Nachverkauf zum Schätzpreis findet am 4. Dezember von 10 bis 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Autor: Berit Müller
aus Lichtenberg
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